Du musst es in jeder Beziehung so gut machen, dass keiner mehr sagen kann, Frauen könnten das nicht.

Elisabeth Kopp

Frauen sind heute aus dem Bundesrat nicht mehr wegzudenken. Doch bis zur ersten Wahl einer Bundesrätin verging über ein Jahrzehnt nach Einführung des Frauenstimmrechts. Seit 1984 haben insgesamt zehn Frauen im siebenköpfigen Gremium der Schweiz Einsitz genommen.

Dieser Artikel gibt dir den kompletten Überblick: alle Bundesrätinnen der Schweizer Geschichte, ihre Amtszeiten, politischen Schwerpunkte und die prägenden Momente ihrer Zeit im Bundesrat.

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Und los geht's

Elisabeth Kopp(1984–1989)

Elisabeth Kopp
Partei:
FDP
Departement:
EJPD (Justiz- und Polizeidepartement)
Amtsantritt:
2. Oktober 1984
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Erste Frau im Bundesrat

Politisches Wirken

Mit der Wahl von Elisabeth Kopp begann ein neues Kapitel in der Schweizer Politik. Dreizehn Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts zog erstmals eine Frau in den Bundesrat ein – ein symbolträchtiger Schritt mit grosser gesellschaftlicher Bedeutung. Ihre Wahl wurde weit über Partei Grenzen hinaus als Durchbruch wahrgenommen, gleichzeitig lastete von Beginn an ein enormer Erwartungsdruck auf ihr.

👉 Mehr zum Frauenstimmrecht in der Schweiz.

Als Vorsteherin des EJPD beschäftigte sich Kopp schwergewichtig mit Ausländer- und Asylfragen, der Bekämpfung der organisierten Kriminalität sowie mit Grundsatzfragen des Rechtsstaats. Sie vertrat einen sachlichen, rechtlich klaren Kurs und bemühte sich um administrative Reformen innerhalb ihres Departements. Als Vertreterin der Partei FDP brachte sie eine liberalen Haltung in den Bundesrates-Alltag ein.

Prägende Ereignisse

  • Erste Frau im Bundesrat und damit zentrale Identifikationsfigur für die politische Gleichstellung
  • Intensive mediale Beobachtung, deutlich stärker als bei ihren männlichen Kollegen
  • Sachpolitisch geprägt durch migrationspolitische Dossiers und Sicherheitsfragen

Rücktritt und politische Folgen

1989 trat Elisabeth Kopp zurück, nachdem bekannt wurde, dass sie ihren Ehemann in einem Telefongespräch über ein laufendes Ermittlungsverfahren informiert hatte. Juristisch blieb der Fall umstritten, politisch war er jedoch nicht mehr tragbar. Der Rücktritt löste eine intensive Debatte über Amtsgeheimnis, politische Verantwortung und den Umgang der Medien mit Politikerinnen aus.

Rückblickend gilt ihre Amtszeit als historisch bedeutsam, auch wenn sie von Kontroversen überschattet wurde. Elisabeth Kopp ebnete den Weg für alle Bundesrätinnen nach ihr!

Ruth Dreifuss(1993–2002)

Ruth Dreifuss
Partei:
SP
Departement:
EDI (Departement des Innern)
Amtsantritt:
10. März 1993
Bundespräsidentin 1999
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Erste Bundespräsidentin der Schweiz (1999)

Politisches Wirken

Ruth Dreifuss gehört zu den prägendsten Figuren der Schweizer Sozialpolitik und dem schweizerischen Bundesrat. Mit ihr zog eine Politikerin in den Bundesrat ein, die gesellschaftspolitische Fragen konsequent ins Zentrum stellte und soziale Sicherheit als Kernaufgabe des Staates verstand.

Als Vorsteherin des EDI verantwortete sie für ihre Partei zentrale Dossiers in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Gleichstellung. Dreifuss verfolgte einen klaren, wertebasierten Kurs: Solidarität, Chancengleichheit und der Schutz sozial Schwächerer standen für sie nicht zur Disposition.

1999 wurde Ruth Dreifuss als erste Frau zur Bundespräsidentin gewählt – ein weiterer Meilenstein in der politischen Geschichte der Schweizer Frauenbewegung.

Prägende Ereignisse

  • Umsetzung der obligatorischen Krankenversicherung (KVG), eines der wichtigsten sozialpolitischen Projekte der letzten Jahrzehnte
  • Stärkung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung unabhängig vom Einkommen
  • Konsequentes Engagement für Gleichstellung, insbesondere in Arbeits- und Sozialfragen

Rücktritt und politische Folgen

2002 trat sie freiwillig aus dem Bundesrat zurück. Ihr Abgang erfolgte auf dem Höhepunkt ihrer Anerkennung und wurde parteiübergreifend mit grossem Respekt aufgenommen. Rückblickend gilt Ruth Dreifuss als Architektin moderner Sozialpolitik und als eine der einflussreichsten Bundesrätinnen.

Ruth Metzler-Arnold(1999–2003)

Ruth Metzler-Arnold
Partei:
CVP (heute Die Mitte)
Departement:
EJPD (Justiz- und Polizeidepartement)
Amtsantritt:
11. März 1999
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Jüngste Bundesrätin bei Amtsantritt

Politisches Wirken

Ruth Metzler-Arnold stand für eine junge, reformorientierte Generation in der Schweizer Politik. Bei ihrer Wahl war sie erst 35 Jahre alt und damit die jüngste Bundesrätin der Schweizer Geschichte.

Im EJPD setzte sie klare Schwerpunkte in der Migrations-, Asyl- und Europapolitik. Metzler vertrat eine pragmatische, lösungsorientierte Linie und suchte den Ausgleich zwischen humanitären Verpflichtungen und staatlicher Ordnung. Besonders in der Europafrage positionierte sie sich offen und integrationsfreundlich, was ihr Anerkennung, aber auch Kritik einbrachte.

Prägende Ereignisse

  • Aktive Mitgestaltung der Europapolitik in einer politisch sensiblen Phase
  • Reformbestrebungen im Asyl- und Ausländerrecht
  • Hohe öffentliche Sichtbarkeit trotz kurzer Amtszeit

Abwahl und politische Bedeutung

Bei den Gesamterneuerungswahlen 2003 wurde Ruth Metzler-Arnold überraschend abgewählt und durch Christoph Blocher ersetzt.

Micheline Calmy-Rey(2003–2011)

Micheline Calmy-Rey
Partei:
SP
Departement:
EDA (Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten)
Amtsantritt:
1. Januar 2003
Bundespräsidentin 2007 und 2011
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Prägende Aussenministerin und zweifache Bundespräsidentin (2007 und 2011)

Politisches Wirken

Micheline Calmy-Rey prägte die Schweizer Aussenpolitik während acht Jahren. Sie verlieh dem EDA ein eigenständiges politisches Profil und verstand Aussenpolitik als aktives Gestaltungsfeld. Calmy-Rey setzte auf eine aktive Neutralitätspolitik, die Vermittlung, Dialog und Menschenrechte ins Zentrum stellte. Dabei scheute sie keine klaren Worte – was ihr internationale Anerkennung, im Inland aber auch Kritik, hauptsächlich aus rechten Kreisen, einbrachte.

Sie verstand Aussenpolitik stets auch als Innenpolitik: Fragen der Sicherheit, Migration und internationalen Zusammenarbeit betrachtete sie als eng miteinander verknüpft.

Prägende Ereignisse

  • Aktive Neutralitätspolitik mit verstärkter internationaler Präsenz der Schweiz
  • Vermittlerrolle in internationalen Konflikten, unter anderem im Nahen Osten und im Kaukasus
  • Klare und konsequente Haltung in der Menschenrechts- und Völkerrechtspolitik

Rücktritt und politische Einordnung

2011 trat Micheline Calmy-Rey aus dem Bundesrat zurück. Ihr Abgang markierte das Ende einer Phase, in der die Schweizer Aussenpolitik sichtbarer, politischer und international stärker vernetzt war als zuvor.

Doris Leuthard(2006–2018)

Doris Leuthard
Partei:
CVP (heute Die Mitte)
Departement:
EVD (Volkswirtschaftsdepartement) 2006–2010 UVEK (Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) 2010–2018
Amtsantritt:
1. August 2006
Bundespräsidentin 2010 und 2017

Politisches Wirken

Doris Leuthard gehörte während zwölf Jahren zu den einflussreichsten Figuren im Bundesrat. In ihrer ersten Phase als Vorsteherin des EVD setzte sie Akzente in der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Wettbewerbspolitik.

Nach dem Wechsel ins UVEK entwickelte sie sich zur zentralen Architektin der Schweizer Energie- und Verkehrspolitik. Leuthard verfolgte einen langfristigen, strukturpolitischen Ansatz und stellte die Weichen für Projekte, die weit über ihre Amtszeit hinaus wirken.

Prägende Ereignisse

  • Energiestrategie 2050: Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima prägte Leuthard den schrittweisen Atomausstieg und den Ausbau erneuerbarer Energien entscheidend mit
  • Ausbau des öffentlichen Verkehrs: Stärkung der Bahn als Rückgrat der Schweizer Verkehrspolitik
  • NEAT und Grossprojekte: Politische Verantwortung für zentrale Infrastrukturvorhaben von nationaler Bedeutung

Rücktritt und politische Einordnung

2018 trat Doris Leuthard nach zwölf Jahren im Bundesrat zurück. Rückblickend gilt sie als Schlüsselfigur der modernen Energie- und Infrastrukturpolitik.

https://www.youtube.com/watch?v=UkOIcIm5TO4
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Eveline Widmer-Schlumpf(2008–2015)

Eveline Widmer-Schlumpf
Partei:
zunächst SVP, ab 2008 BDP
Departement:
EJPD (Justiz- und Polizeidepartement) 2008–2010 EFD (Finanzdepartement) 2010–2015
Amtsantritt:
12. Dezember 2007
Bundespräsidentin 2012

Politisches Wirken

Eveline Widmer-Schlumpf trat unter aussergewöhnlichen politischen Umständen in den Bundesrat ein. Bei den Bundesratswahlen 2007 wurde der amtierende SVP-Bundesrat Christoph Blocher überraschend nicht wiedergewählt. Stattdessen wählte das Parlament Eveline Widmer-Schlumpf, obwohl sie keine offizielle Kandidatin war.

Ihre Wahl erfolgte gegen den ausdrücklichen Willen der SVP Partei-Führung und mit Unterstützung von SP, CVP und Teilen der Partei FDP. Widmer-Schlumpf nahm die Wahl an und entschied sich damit bewusst für das Amt und gegen den Druck ihrer Partei. In der Folge wurde sie aus der SVP ausgeschlossen, was zur Abspaltung und späteren Gründung der Partei BDP führte.

Trotz des turbulenten Starts etablierte sich Widmer-Schlumpf als sachliche und standfeste Bundesrätin. Ihr politisches Handeln war geprägt von Zurückhaltung, juristischer Präzision und dem klaren Anspruch, Stabilität in einer aufgeheizten politischen Phase zu gewährleisten.

Prägende Ereignisse

  • Wahl 2007 anstelle von Christoph Blocher
  • Abspaltung von der SVP und Mitgründung der BDP
  • Massgebliche Rolle bei der Stabilisierung der Schweizer Finanzpolitik

Rücktritt und politische Einordnung

2015 trat Eveline Widmer-Schlumpf freiwillig aus dem Bundesrat zurück. Ihr Rücktritt erfolgte ohne politischen Druck und unter breiter Anerkennung ihrer Arbeit. Rückblickend gilt sie als Krisenmanagerin mit Rückgrat, die in einer schwierigen Phase Stabilität, Verlässlichkeit und institutionelle Stärke verkörperte.

Simonetta Sommaruga(2010–2022)

Simonetta Sommaruga
Partei:
SP
Departement:
EJPD (Justiz- und Polizeidepartement) 2010–2018 UVEK ab 2019
Amtsantritt:
1. November 2010
Bundespräsidentin 2015 und 2020

Politisches Wirken

Simonetta Sommarugas politischer Stil war geprägt von Dialog, Vermittlung und dem Versuch, auch in polarisierten Debatten Brücken zu bauen.

Als Vorsteherin des EJPD stand sie früh vor anspruchsvollen Dossiers. Besonders die Migrations- und Asylpolitik rückte während ihrer Amtszeit ins Zentrum der innenpolitischen Auseinandersetzungen. Sommaruga setzte auf eine pragmatische Umsetzung politischer Entscheide und bemühte sich, völkerrechtliche Verpflichtungen mit dem Volkswillen in Einklang zu bringen. Parallel dazu engagierte sie sich für Gleichstellung, Konsumentenschutz und Bürgerrechte.

Simonetta Sommaruga blieb nach dem Rücktritt von Doris Leuthard weiterhin Mitglied des Bundesrats und übernahm Anfang 2019 das UVEK. Dort verantwortete sie zentrale Dossiers in den Bereichen Klima, Energie und Verkehr.

👉 2019 war auch das Jahr eines der wichtigsten Frauenstreiks der Schweizer Geschichte.

Prägende Ereignisse

  • Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative (MEI) nach der Annahme 2014:
    Sommaruga spielte eine Schlüsselrolle bei der Ausarbeitung der sogenannten „light“-Umsetzung, die ohne Kontingente auskam und den bilateralen Weg mit der EU sicherte
  • Stärkung des Konsumentenschutzes, unter anderem im Bereich Vertragsrecht und Markttransparenz
  • Wechsel ins UVEK 2019, wo sie Verantwortung für Umwelt- und Verkehrsdossiers übernahm

Rücktritt und politische Einordnung

Ende 2022 trat Simonetta Sommaruga nach zwölf Jahren im Bundesrat zurück. Ihr Abgang markierte den Abschluss einer langen und einflussreichen Amtszeit, in der sie sowohl die Innen- als auch die Umwelt- und Verkehrspolitik der Schweiz mitgeprägt hatte.

Karin Keller-Sutter(seit 2018)

Karin Keller-Sutter
Partei:
FDP
Departement:
EJPD (Justiz- und Polizeidepartement) 2019–2022 EFD (Eidgenössisches Finanzdepartement) seit 2023
Amtsantritt:
1. Januar 2019
Bundespräsidentin 2025

Politisches Wirken

Karin Keller-Sutter ist seit 2019 Mitglied des Bundesrats und verantwortete zunächst das EJPD, bevor sie 2023 ins Finanzdepartement wechselte. In beiden Funktionen befasste sie sich mit politisch und institutionell anspruchsvollen Dossiers, insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Migration, Finanzmarktregulierung und internationale Beziehungen.

Im EJPD lag ihr Fokus auf der Weiterentwicklung der inneren Sicherheit, der Terrorismusbekämpfung sowie auf migrationspolitischen Fragen. Nach dem Wechsel ins EFD übernahm sie die Verantwortung für die Finanzpolitik des Bundes, den Finanzplatz Schweiz sowie die internationalen Finanzbeziehungen.

Prägende Ereignisse

  • Credit-Suisse-Krise 2023:
    Beteiligung an den bundesrätlichen Entscheiden zur staatlich begleiteten Übernahme der Credit Suisse durch die UBS zur Sicherung der Finanzstabilität
  • Mitwirkung an internationalen Verhandlungen zu Finanzmarkt- und Steuerfragen, insbesondere im OECD- und EU-Kontext
  • Als EJPD-Vorsteherin: Umsetzung neuer gesetzlicher Grundlagen zur Terrorismusbekämpfung

Viola Amherd(2019–2025)

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Erste Frau an der Spitze des Verteidigungsdepartements

Viola Amherd
Partei:
Die Mitte
Departement:
VBS (Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport)
Amtsantritt:
1. Januar 2019
Bundespräsidentin 2024

Politisches Wirken

Viola Amherd übernahm 2019 das VBS in einer Phase, in der sicherheits- und verteidigungspolitische Fragen an Bedeutung gewannen. Als erste Frau an der Spitze des Departements stand sie vor der Aufgabe, ein traditionell geprägtes Politikfeld weiterzuentwickeln und an veränderte sicherheitspolitische Rahmenbedingungen anzupassen.

In ihrer Amtszeit befasste sie sich mit der strategischen Ausrichtung der Armee, der Weiterentwicklung des Bevölkerungsschutzes sowie mit neuen Bedrohungslagen, insbesondere im digitalen Raum. Dabei lag der Fokus auf strukturellen Anpassungen, der Modernisierung von Prozessen und der langfristigen Sicherstellung der Einsatzfähigkeit der Armee.

Prägende Ereignisse

  • Weiterentwicklung der Armee im Rahmen laufender Reformprozesse
  • Stärkung der Cyberabwehr und der Fähigkeiten im Bereich Cybersecurity als Teil der nationalen Sicherheitsstrategie
  • Enge Zusammenarbeit mit Kantonen im Bereich Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement

Rücktritt und politische Einordnung

Ende 2024 verkündete Viola Amherd ihren Rücktritt aus dem Bundesrat. Ihre Amtszeit fällt in eine Phase wachsender sicherheitspolitischer Sensibilität, in der das VBS verstärkt auf neue Bedrohungsformen reagieren musste. Rückblickend wird ihre Zeit im Bundesrat vor allem mit der institutionellen Weiterentwicklung des Verteidigungs- und Sicherheitsbereichs sowie mit der Öffnung des Departements für moderne sicherheitspolitische Fragestellungen verbunden.

Elisabeth Baume-Schneider(seit 2022)

Elisabeth Baume-Schneider
Amtsantritt:
1. Januar 2023
Partei:
SP
Departement:
EJPD (Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement)

Politisches Wirken

Elisabeth Baume-Schneider ist seit Anfang 2023 Mitglied des Bundesrats und Vorsteherin des EJPD. In dieser Funktion verantwortet sie zentrale Dossiers in den Bereichen Asyl, Migration, Ausländerrecht, innere Sicherheit sowie gesellschaftlicher Zusammenhalt. Ihre politische Arbeit knüpft an ihre langjährige Erfahrung auf kantonaler Ebene an, insbesondere als Regierungsrätin des Kantons Jura.

Im EJPD liegt ihr Fokus auf der Umsetzung und Weiterentwicklung der Asyl- und Migrationspolitik. Dabei befasst sie sich mit strukturellen Fragen des Asylsystems, der Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen sowie mit der Unterbringung und Integration von Schutzsuchenden.

Prägende Ereignisse

  • Thematisierung von sozialer Kohäsion im Zusammenhang mit Migration, Integration und gesellschaftlicher Stabilität
  • Rolle als Vermittlerin zwischen Sprachregionen, auch vor dem Hintergrund ihrer Herkunft aus der Romandie
  • Weiterführung zentraler EJPD-Dossiers in den Bereichen Ausländerrecht und innere Sicherheit

Frauen in der schweizerischen Politik

Die Geschichte der Bundesrätinnen zeigt, wie sehr Frauen die Schweizerische Politik verändert und geprägt haben – in jeder Partei und mit ganz unterschiedlichen politischen Handschriften. Ob in der FDP, in der sozialdemokratischen SP oder in den Mitte-Parteien: Frauen haben längst bewiesen, dass sie das politische Tagesgeschäft genauso souverän führen wie ihre männlichen Kollegen.

Ein besonders starkes Symbol dafür war das Jahr 2010, als im Bundesrat erstmals eine Frauenmehrheit herrschte – vier von sieben Sitzen waren damals von Frauen besetzt, aus verschiedenen Parteien, darunter der FDP und der sozialdemokratischen Bewegung.

Heute ist der Bundesrat und die schwizerische Politik ohne Frauen kaum mehr vorstellbar. Die Bundesrätinnen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass Führungsstärke, Durchsetzungsvermögen und politische Gestaltungskraft nichts mit dem Geschlecht zu tun haben.

👉 Mehr spannende Frauen der Schweizer Geschichte findest du auch in unserem Artikel zu Schweizer Pionierinnen der Gleichstellung.

Bildquellen

  1. Elisabeth Kopp: Copyright Swiss Confederation. http://www.admin.ch/ch/e/cf/br/98.html, Copyrighted free use, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2580687
  2. Ruth Dreifuss: Copyright Swiss Confederation, http://www.admin.ch/ch/e/cf/br/105.html, Copyrighted free use, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2580292
  3. Ruth Metzler-Arnold: EJPD, http://www.ejpd.admin.ch/etc/medialib/images/bundesrat.Par.0001.Image.gif?direct=1, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5165756
  4. Micheline Calmy-Rey: Bundeskanzlei, http://www.admin.ch/br/dienstleistungen/00094/00099/index.html?lang=de&bild=02775, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12808121
  5. Doris Leuthard: http://www.parlament.ch,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74877048
  6. Eveline Widmer-Schlumpf: Bundeskanzlei, http://www.admin.ch/br/dienstleistungen/00094/00099/index.html?lang=de&download=M3wBPgDB_8ull6Du36WenojQ1NTTjaXZnqWfVpzLhmfhnapmmc7Zi6rZnqCkkIN2gn9,bKbXrZ6lhuDZz8mMps2gpKfo, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14741665
  7. Simonetta Sommaruga: Chancellerie fédérale suisse / Stefano Spinelli, https://www.admin.ch/gov/fr/accueil/conseil-federal/photos-discours-conseil-federal/photos-officielles-du-conseil-federal/versions-imprimables-et-portraits.html, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=113886277
  8. Karin Keller-Sutter: Schweizerische Bundeskanzlei, https://www.admin.ch/gov/de/start/bundesrat/bilder-und-reden-des-bundesrats/offizielle-bundesratsbilder/printversionen-und-einzelportraits.html, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181036611
  9. Viola Amherd: Swiss Federal Chancellery / Sina Guntern - https://www.admin.ch/gov/de/start/bundesrat/bilder-und-reden-des-bundesrats/offizielle-bundesratsbilder/printversionen-und-einzelportraits.html, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=143239307
  10. Elisabeth Baume-Schneider: Schweizerische Bundeskanzlei, https://www.admin.ch/gov/de/start/bundesrat/bilder-und-reden-des-bundesrats/offizielle-bundesratsbilder/printversionen-und-einzelportraits.html, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181036669

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Jana Geldner