Die Schweiz ist voll von faszinierenden und ungewöhnlichen Traditionen – von wild maskierten Wintergestalten über satirische Dorftheater bis hin zu einem Mofa-Spektakel, das es offiziell ins immaterielle Kulturerbe geschafft hat. Wenn Du Lust hast, die Schweiz mal jenseits von Schoggi-Klischees zu erleben, findest Du hier spannende Bräuche, die teils jahrhundertealt sind.

👉 Hier direkt eine Übersicht: 

Fest / BrauchOrt / RegionWann im Jahr?Was macht es besonders?
SilvesterchlausenAppenzellerland31. Dezember („Neuer Silvester“) & 13. Januar („Alter Silvester“)Zweifacher Jahreswechsel; kunstvolle Kopfbauten; Gesang (Zäuerli), Schellen und mystisch-archaische Atmosphäre beim Haus-zu-Haus-Ziehen
GreifletInnerer Kanton Schwyz (u. a. Schwyz, Ingenbohl, Steinen, Muotathal)Rund um 6. Januar (Dreikönig)Lärmbrauch mit Trychlern & Geisselchlöpfern; satirisches Spottgespräch („Greiflete“) mit lokalpolitischen Anspielungen; stark dörflich verwurzelt
ChalandamarzEngadin & Val Müstair (Graubünden)1. MärzWinteraustreibung durch Dorfjugend mit Kuhglocken, Gesang und Peitschen; bekannt durch „Schellen-Ursli“
RabadanBellinzona (Tessin)Donnerstag bis Dienstag vor AschermittwochGroßer Tessiner Karneval; symbolische Schlüsselübergabe an „König Rabadan“; Umzüge, Guggenmusik, Masken und südländische Festkultur
Basler FasnachtBaselMontag nach Aschermittwoch, 72 Stunden„Die drey scheenschte Dääg“; Laternen, Piccolos & Trommeln; starke satirische Tradition; UNESCO-Kulturerbe
SechseläutenZürichDritter Montag im AprilVerbrennung des „Böögg“ als Sommerorakel; historisches Zunftwesen im Mittelpunkt
Teffli-RallyEnnetmoos (Nidwalden)Meist im Sommer (Wochenende, variabel)Motocrossähnliches Rennen mit getunten Mofas; Schrauberkultur, Nostalgie & Festivalatmosphäre; moderne „lebendige Tradition“
Alpabzüge / DésalpeAlpenregionen der SchweizSpätsommer / Frühherbst (je nach Region Sept.–Okt.)Festlicher Viehabtrieb mit geschmückten Kühen, Blumenkränzen („Tschäppl“), Glocken, Tracht und Marktstimmung
ZibelemäritBernVierter Montag im NovemberTraditioneller Zwiebelmarkt; kunstvoll geflochtene Zwiebeln, Marktstände, Volksfestcharakter
KlausjagenKüssnacht am Rigi5. DezemberNikolausbrauch mit Peitschenknallen, Trychlern und leuchtenden „Iffelen“ (kunstvolle Kopfbilder)
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Und los geht's

Besondere Feste, über's Jahr hinweg

Silvesterchlausen (Appenzellerland) – Neujahr gleich zweimal

Im Appenzeller Hinterland wird der Jahreswechsel nicht nur einmal begangen, sondern gleich doppelt: am 31. Dezember(„Neuer Silvester“) und am 13. Januar („Alter Silvester“). Dann ziehen die „Chläuse“ in aufwendigen Gewändern und mit kunstvollen Kopfbauten von Haus zu Haus, wünschen Glück fürs neue Jahr – und prägen mit Gesang, Schellen und einer mystisch-archaischen Atmosphäre das Dorfleben. 

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Der Bärzelistag – Neujahrsbrauchtum mit Masken, Nüssen und Heischegängen

Der Bärzelistag (auch „Bärzelitag“ oder „Berchtelistag“) wird in vielen reformierten Gegenden der Deutschschweiz am 2. Januar gefeiert. Der Name leitet sich von Berchtold/Perchtold ab; historisch mischen sich christliche Neujahrsvorstellungen mit vorchristlichen Winterbräuchen rund um die Figur der „Perchta“. Heute ist der Bärzelistag vor allem ein Heischebrauch: Gruppen ziehen von Haus zu Haus, bringen Segenswünsche – und erhalten dafür Gaben.

Im Appenzellerland ist der Tag besonders lebendig. Maskierte Gestalten – die „Bärzeli“ – treten in charakteristischen Gewändern auf, begleitet von den „Rollenweibern“ mit ihren großen Glocken („Rollen“). Es wird getanzt, musiziert und gesungen; oft gehören kleine Theater- oder Spottsequenzen dazu. Typisch sind Nüsse und Gebäck als Gegengabe – sie stehen symbolisch für Fruchtbarkeit und Wohlstand im neuen Jahr. In manchen Dörfern endet der Umzug in einer gemeinsamen Wirtshausrunde, die den sozialen Zusammenhalt stärkt.

Chalandamarz (Engadin & Val Müstair) – Winteraustreibung mit Glocken und Peitschen

Wenn im Frühling in vielen Ländern leise die ersten Blumen kommen, ist es im Engadin oft alles andere als leise: Beim Chalandamarz zieht die Dorfjugend mit großen Kuhglocken, Gesang und Peitschenknallen durch die Straßen. Ein Brauch, der symbolisch den Winter vertreibt und (nicht zuletzt durch „Schellen-Ursli“) weit über Graubünden hinaus bekannt ist. 

Funkensonntag – Wenn der Winter in Flammen aufgeht

Der Funkensonntag ist ein eindrucksvoller Winteraustreibungsbrauch, der am ersten Sonntag nach Aschermittwoch(also zu Beginn der Fastenzeit) begangen wird – vor allem in der Ostschweiz und in Vorarlberg. Höhepunkt ist das Abbrennen eines gewaltigen Holzstoßes, des sogenannten „Funken“.

Wochenlang sammeln Vereine, Feuerwehren oder Dorfjugend Holz, Reisig und ausgediente Christbäume. Daraus entsteht ein oft meterhoher Turm, an dessen Spitze eine Stroh- oder Lumpenpuppe – die „Hexe“ – befestigt wird. Mit Einbruch der Dunkelheit wird der Funken entzündet.

Wenn das Feuer die Spitze erreicht und die Hexe in Flammen aufgeht (mancherorts mit lautem Knall), gilt das symbolisch als Sieg des Frühlings über den Winter. 

Der Brauch ist besonders verbreitet in:

  • Appenzell Ausserrhoden
  • Teilen des Toggenburgs (St. Gallen)
  • Im Rheintal
  • Und jenseits der Grenze in Vorarlberg (Österreich)

Dort heißt das Fest oft schlicht „Funken“ oder „Funkenabbrennen“. In manchen Orten wird zusätzlich ein „Funkenring“ (eine glühende Scheibe) geschwungen oder es finden kleinere Umzüge statt. Der Brauch gehört in mehreren Regionen zum offiziell anerkannten immateriellen Kulturerbe.

Basler Fasnacht – „die drey scheenschte Dääg“

Die Basler Fasnacht beginnt am Montag nach Aschermittwoch und dauert exakt 72 Stunden. Charakteristisch sind die Laternen, die Piccolos und Trommeln, die Cliquen und ein sehr eigener Fasnachtskosmos, der 2017 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde. 

Sechseläuten (Zürich) – der Böögg als Wetterorakel

Am dritten Montag im April zelebrieren die Zürcher Zünfte das Sechseläuten. Höhepunkt ist die Verbrennung des „Böögg“, eines Schneemanns voller Knallkörper: Je schneller der Kopf explodiert, desto „besser“ soll der Sommer werden. Ob’s stimmt? Darüber wird jedes Jahr wieder herrlich ernsthaft diskutiert. 

👉 Mehr zu Geschichte und Traditionen des Sechseläutens.

Alpabzüge / Désalpe 

Im Spätsommer und Frühherbst, je nach Region, kehren geschmückte Kühe von den Alpen ins Tal zurück. Blumenkränze („Tschäppl“), Glocken, Tracht und Marktstimmung machen daraus vielerorts ein richtiges Fest. 

Zibelemärit (Bern) – Zwiebeln als Volksfest

Am vierten Montag im November wird Bern frühmorgens zur Zwiebel-Hauptstadt: Tonnenweise Zwiebeln und Knoblauch (oft kunstvoll geflochten) wechseln die Hände, dazu gibt es Marktstände, Winterleckereien und eine Stimmung, die eher an einen Feiertag als an einen Montag erinnert. 

Klausjagen (Küssnacht am Rigi) – Lärm, Licht und „Iffelen“

Am 5. Dezember (bzw. verschoben, wenn das Datum aufs Wochenende fällt) füllt sich Küssnacht mit einem imposanten Umzug: Peitschenknallen, Kuhglocken und die spektakulären, von innen beleuchteten „Iffelen“ (kunstvolle Kopfbilder) ergeben eine der eindrücklichsten Nikolaus-Traditionen der Schweiz.

Kuriose und lokale Bräuche: Rabadan, Greiflet und Teffli-Rally

Rabadan (Bellinzona) – Tessiner Karneval mit „König Rabadan“

Der Rabadan in Bellinzona ist der bedeutendste Karneval im italienischsprachigen Teil der Schweiz und zählt zu den größten Fasnachtsveranstaltungen des Landes. Sein Name leitet sich vermutlich vom lombardischen Dialektwort rabadanab, das so viel wie „Lärm“ oder „Tumult“ bedeutet – eine treffende Beschreibung für das, was sich jedes Jahr rund um die Altstadtgassen und vor der Kulisse der drei Burgen von Bellinzona abspielt.

📺  Ein Eindruck des bunten Treibens: 

Historische Wurzeln und Entwicklung

Die Ursprünge des Rabadan reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Schriftliche Hinweise datieren auf die 1860er-Jahre, wobei anzunehmen ist, dass das närrische Treiben älter ist und sich aus bäuerlichen Winteraustreibungs- und Fastnachtsbräuchen entwickelte. Wie viele europäische Karnevale steht auch der Rabadan im Zusammenhang mit der Zeit vor der Fastenperiode – einer Phase des Ausgelassenseins, bevor mit der Fastenzeit die religiös geprägte Zurückhaltung begann.

Im Laufe der Jahrzehnte wandelte sich der Rabadan von einem lokalen Maskentreiben zu einem professionell organisierten Großanlass. Heute dauert er in der Regel von Donnerstag bis Dienstag vor Aschermittwoch und zieht zehntausende Besucherinnen und Besucher an.

Die Schlüsselübergabe: Wenn der König regiert

Der offizielle Auftakt ist ein symbolträchtiger Moment: Am Donnerstagabend übergibt der Stadtpräsident von Bellinzona feierlich die Stadtschlüssel an „König Rabadan“, eine jährlich neu bestimmte Symbolfigur. Mit diesem Akt wird die weltliche Ordnung für einige Tage augenzwinkernd außer Kraft gesetzt – Humor, Satire und närrische Freiheit übernehmen das Regiment.

Diese Inszenierung gehört zu den zentralen Elementen des Karnevals: Sie erlaubt es, politische und gesellschaftliche Themen in ironischer Form zu kommentieren. Der Rabadan ist deshalb nicht nur ein Volksfest, sondern auch ein Ventil für kollektive Kritik und Selbstironie.

Umzüge, Guggenmusik und Maskenkultur

Ein Höhepunkt sind die großen Umzüge mit aufwendig gestalteten Wagen, Maskengruppen und Guggenmusiken. Die Kostüme reichen von klassischen Karnevalsmotiven bis zu aktuellen politischen oder popkulturellen Anspielungen. 

Wie bei vielen Karnevalen spielt auch beim Rabadan das Essen eine wichtige Rolle. Polenta, Risotto, Luganighe (Tessiner Würste) und regionale Weine gehören ebenso dazu wie süße Fasnachtsgebäcke.

👉 Mehr zu Fasnacht Bräuchen in der Schweiz.

Greiflet (innerer Kanton Schwyz) – Spottgespräche, Trychler und Geislechlepfer

Greiflet findet rund um Dreikönig (6. Januar) statt – und ist so lokal verwurzelt, dass er nur in Gemeinden des inneren Kantonsteils Schwyz vorkommt, insbesondere in Gemeinden wie Schwyz, Ingenbohl, Steinen oder Muotathal.

Historische Wurzeln

Schriftliche Hinweise auf ähnliche Formen des Brauchs reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Auch wenn sich Details im Laufe der Zeit verändert haben, deutet vieles darauf hin, dass der Greiflet aus einer Mischung von Winteraustreibungsritual, dörflicher Gerichtssatire und Maskenbrauch entstanden ist.

Lärm als Ritual: Trychler und Geisselchlöpfer

Wie viele Winterbräuche im Alpenraum hat auch der Greiflet eine ausgeprägte Lärmkomponente.

  • Trychler ziehen mit großen Kuhglocken (Trycheln) durch die Straßen und sorgen für ein rhythmisches, dumpfes Dröhnen.
  • Geisselchlöpfer (auch Geislechlepfer genannt) lassen lange Peitschen knallen, deren scharfer Knall weit durchs Dorf hallt.

Der Lärm hatte ursprünglich vermutlich eine symbolische Funktion – etwa das Vertreiben von Wintergeistern oder bösen Mächten. Heute steht er vor allem für Kraft, Präsenz und Gemeinschaft

Menschen beim Umzug als Hexen verkleidet
Traditionelle Schweizer Trychler. 
Quelle: Albinfo, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37674946

Das Herzstück: Das Spottgespräch („Greiflete“)

Das eigentliche Zentrum des Brauchs ist jedoch nicht der Lärm, sondern das Spottgespräch. Zwei als „Greifler“ auftretende Redner liefern sich vor Publikum ein wortgewandtes, oft derbes, aber stets humorvolles Wortduell.

Die Kunst liegt im rhetorischen Geschick: Pointierte Reime, Dialektwitze, Übertreibungen und Ironie gehören dazu. Trotz aller Schärfe bleibt das Gespräch in der Regel im Rahmen der traditionellen Dorfetikette – es geht um gemeinschaftliche Selbstironie, nicht um Bloßstellung.

Maskierung und Symbolfiguren

Neben den Rednern treten maskierte Figuren auf, die das Geschehen begleiten. Die Masken sind oft schlicht, manchmal grotesk oder tierhaft, und unterstreichen den archaischen Charakter des Brauchs.

Die Verbindung aus Lärm, Maskierung und satirischem Rollenspiel erinnert an vorchristliche Winterrituale, wurde jedoch über die Jahrhunderte stark von christlichen Kalenderdaten (Dreikönig) und regionaler Dorfkultur geprägt.

Teffli-Rally (Ennetmoos, Nidwalden) – Mofa-Kult als Kulturerbe

Wer „Tradition“ nur mit Tracht und Alphorn verbindet, wird hier eines Besseren belehrt: In Ennetmoos ist die Teffli-Rallyein motocrossähnlicher Wettkampf für Zweitakt-Mofas. Hier geht es nicht um Trachten, Alphörner oder jahrhundertealte Rituale – sondern um knatternde Zweitakt-Motoren, Benzingeruch und viel Schrauberleidenschaft.

„Teffli“ ist im Schweizerdeutschen ein liebevoller Ausdruck für ein Mofa. Genau diese kleinen Zweiräder stehen im Mittelpunkt des Anlasses: Bei der Teffli-Rally treten Fahrerinnen und Fahrer auf einem motocrossähnlichen Rundkurs gegeneinander an.

Wettrennen bei der Teffli-Rally
Ein Rennen bei der Teffli-Rally.
Bild: Re 460, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=153632555

Vom Dorfscherz zum Großanlass

Entstanden ist die Teffli-Rally um das Jahr 2000, ursprünglich als humorvoller Anlass unter Gleichgesinnten. Die Idee war einfach: Man nehme alte Mofas, baue sie um, verpasse ihnen möglichst viel Charakter und schicke sie über einen anspruchsvollen Naturparcours.

Was als lokaler Spaß begann, entwickelte sich rasch zu einem Publikumsmagneten. Heute reisen Teilnehmende aus der ganzen Schweiz – und teils aus dem benachbarten Ausland – nach Ennetmoos. Der Event dauert meist ein ganzes Wochenende und kombiniert Rennbetrieb mit Festzelt, Konzerten und Dorffest-Atmosphäre.

📺  Aussehen tut das Ganze dann so: 

Schrauben, Tuning und Kreativität

Im Zentrum steht nicht allein die Geschwindigkeit. Mindestens genauso wichtig sind:

  • Originalität der Fahrzeuge
  • handwerkliches Geschick beim Umbau
  • Humor und Teamgeist
  • Ausdauer auf oft schlammigem Terrain

Viele „Teffli“ sind liebevoll modifiziert: verlängerte Gabeln, Eigenbau-Auspuffanlagen, Sonderlackierungen oder bewusst retro gehaltene Designs. Dabei bleibt die Basis meist ein klassisches 50-ccm-Mofa – doch was daraus entsteht, ist oft eine Mischung aus Kunstobjekt und Rennmaschine.

👉 Zur gleichen Zeit wie die Teffli-Rally finden in der Schweiz auch viele Schützenfeste statt.

Kulinarische Besonderheiten

Schweizer Küche ist mehr als „Fondue und Raclette“ (auch wenn beides genial ist). Viele Spezialitäten sind eng an regionale Feste, Alpenwirtschaft oder geschützte Herkunftsbezeichnungen gekoppelt.

Cuchaule AOP (Freiburg) – Safranbrioche für die Bénichon-Stimmung

Cuchaule Brot aus Safran
Cuchaule - eine Freiburger Spezialiät (Safranbrot).
Quelle: Roland Zumbuehl, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20197106

Die Cuchaule ist ein saffrangelbes Briochebrot aus dem Kanton Freiburg: weich, leicht süß, aromatisch und traditionell eng mit der Bénichon (Ernte-/Kirchweihfest) verbunden. Das Kürzel AOP steht für „Appellation d’Origine Protégée“ (geschützte Ursprungsbezeichnung). Dieses Qualitätslabel garantiert, dass das Produkt in einer klar definierten Region hergestellt, verarbeitet und veredelt wird – nach festgelegten traditionellen Vorgaben. Bei der Cuchaule bedeutet das: Sie darf nur im Kanton Freiburg nach genau geregeltem Rezept produziert werden.

Capuns (Graubünden) – Mangoldpäckchen als Bündner „Kochkunst in Wickelform“

Schweizer Capuns in einem weißen Teller
Capuns. 
Quelle: Adrian Michael, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=122725747

Capuns sind kleine Päckchen aus Teig (ähnlich Spätzliteig), oft mit Kräutern und Fleischwaren wie Salsiz, in Mangoldblätter gewickelt und anschließend in Flüssigkeit gegart. Es gibt nicht „das eine“ Rezept – Capuns leben von lokalen Varianten und Familienlogik. 

Bündnerfleisch

Eleganter Bündnerfleischaufschnitt in einer Holzform
Bündnerfleischaufschnitt als Vorspeise.
Quelle: A.Savin, FAL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=128970222

Bündnerfleisch ist ein sehr mageres, luftgetrocknetes Rindfleisch aus dem Kanton Graubünden. Es wird gesalzen, gewürzt und anschließend mehrere Wochen an der klaren, trockenen Bergluft gereift. Charakteristisch sind seine feste Konsistenz, die dunkelrote Farbe und der intensive, aber feine Geschmack. Wichtig: Bündnerfleisch wird nicht geräuchert, sondern ausschließlich luftgetrocknet.

Saucisson vaudois – Waadtländer Rauch-Aroma mit Regeln

Schweizer Saucisson Vaudois auf einem Tisch
Saucisson vaudois.
Quelle: Ludovic Péron, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18006196

Der Saucisson vaudois ist eine geräucherte Rohwurst aus dem Waadtland mit sehr typischem Rauchduft Hier schmeckt man buchstäblich „Region“. 

Vacherin Mont-d’Or – Winterkäse im Fichtenring

Schweizer Käse in einer Holzschale
Vacherin Mont-d’Or in Holzschachtel. 
Quelle: ja:User:NEON / User:NEON_ja, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3235352

Der Vacherin Mont-d’Or ist ein saisonaler Weichkäse, der traditionell in der kälteren Jahreszeit produziert wird. Charakteristisch sind Reifung und Präsentation mit Fichtenband (und oft in einer Holzschachtel), was Aroma und Identität prägt. Kulinarisch ist er die Sorte Käse, die man nicht nur isst, sondern zelebriert – kalt oder gern auch warm/überbacken. 

Basler Läckerli – hartes Honig-Gewürzgebäck 

Typisches Läckerli aus Basel
Basler Läckerli.
Quelle: Von Manuel Schneider, made by me (the Läckerlis as well as the picture), CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1484463

Basler Läckerli sind kleine, rechteckige „Lebkuchenverwandte“: Honig, Mandeln, kandierte Früchte, Gewürze, dazu Zuckerguss. Sie sind in Basel besonders präsent und längst ein kulinarisches Aushängeschild der Stadt. 

Marmite de l’Escalade (Genf) – Schokolade als Geschichtserzählung

In Genf verbindet sich Geschichte direkt mit Süßwaren: Die Marmite de l’Escalade ist ein Schokoladenkessel, gefüllt mit „Gemüse“ aus Marzipan. Sie erinnert an die Escalade (1602) – und wird rund um den 12. Dezember als essbares Symbol der Erinnerung zerbrochen und geteilt. 

Appenzeller Biber – würziger Lebkuchen mit Mandel- oder Nussfüllung

Typischer Biberli Mini-Kuchen
Biberli, Grösse circa 9 Zentimeter.
Quelle: Adrian Michael, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19203183

Der Appenzeller Biber ist eine Lebkuchenspezialität aus dem Appenzellerland, häufig gefüllt und als „Biberli“ weit verbreitet. Typisch ist die geprägte Oberfläche (oft mit regionalen Motiven) – ein Beispiel dafür, wie Handwerk, Süßkultur und regionale Symbolik zusammengehen. 

👉 Eine allgemeine Übersicht zu weiteren Festen und Besonderheiten findest du in unserem Jahreskalender zu Schweizer Bräuche und Traditionen.

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Jana Geldner