Grundlagen über die türkische Grammatik, die Du kennen solltest
Die gute Nachricht zuerst: Im Türkischen brauchst Du Dir um die Groß- und Kleinschreibung nahezu keine Gedanken zu machen! Türkische Wörter sind fast immer klein geschrieben. Dennoch gibt es natürlich, wie immer, Ausnahmen, bei denen Du auf die Großschreibung achten musst.Diese Ausnahmen sind:- Wörter am Satzanfang
- Eigennamen
- Titel
- Anredetitel und dazugehörige Berufsbezeichnungen
- Ämter und Institutionen
- Monatsnamen und Wochentage können groß oder klein geschrieben werden, außer wenn es um ein konkretes Datum geht.

Kleine und große Vokalharmonie und Agglutination
Türkisch wird auf der lautlichen Ebene durch die große und die kleine Vokalharmonie charakterisiert. Man unterscheidet dabei zwischen hellen und dunklen Vokalen, die der Vokalharmonien unterliegen. Die hellen Vokale im Türkischen sind: e, i. ö, ü Die dunklen Vokale dagegen: a, ?, o, u Die Vokalharmonien sind wichtig bei der Erweiterung eines Wortes, zum Beispiel, wenn Du aus einem Substantiv den Plural oder den Akkusativ bilden möchtest. Da Türkisch eine agglutinierende Sprache ist, basiert das Prinzip der Sprache auf dem Anhängen verschiedener Affixe – im Türkischen sind das in der Regel Suffixe, die Du an einen Wortstamm hinten anhängst. Je mehr Informationen ein Wort bekommt, desto mehr Endungen werden an das jeweilige Wort gehangen. Die kleine Vokalharmonie bei folgenden Suffixen eine Rolle:- Pluralbildung
- Dativ
- Lokativ
- Ablativ
- Personalendungen
- Possessivendungen
- Genitiv
- Akkusativ
- Fragepartikel

Substantive im Türkischen
Im Gegensatz zum Deutschen finden wir im Türkischen anstatt nur der vier Fälle Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ noch zwei weitere Fälle: den Lokativ und den Ablativ. An dieser Stelle ist die zuvor erwähnte Agglutination innerhalb der türkischen Sprache wichtig. Denn die Grundform eines Wortes ist im Türkischen immer der Nominativ. Alle weiteren Fälle werden mit dem entsprechenden Suffix an das Substantiv angehangen.Die Endungen der sechs Fälle im Türkischen sind:- Nominativ: Grundform
- Genitiv: -(n)in/ -(n)ün/ -(n)?n/ -(n)un
- Dativ: -(y)e/ -(y)a
- Akkusativ: -(y)i/ -(y)ü/ -(y)?/ -(y)u
- Lokativ: -de/-da
- Ablativ: -den/-dan
Beispiele für Pluralendungen im Türkischen:
Pluralbildung bei den hellen Vokalen:- Mutter: anne – anneler
- Katze kedi – kediler
- Auge: göz – gözler
- Brille: gözlük – gözlükler
- Vater: baba – babalar
- Tür: kap? – kap?lar
- Telefon: telefon – telefonlar
- Kind: çocuk – çocuklar
Türkische Adjektive und Adverbien
Der Gebrauch der Adjektive im Türkischen entspricht dem Gebrauch der Adjektive im Deutschen – sie werden dazu verwendet, um ein Substantiv näher zu beschreiben. Zum Beispiel: Wir nehmen das türkische Wort k?z für "Mädchen". Wenn Du "das schöne Mädchen" sagen möchtest, nimmst Du einfach das türkische Adjektiv für "schön" und setzt es vor das Substantiv: güzel k?z. Das Adjektiv wird im Plural durch das Fehlen des grammatischen Geschlechts nicht dekliniert und bleibt unverändert. Wenn Du von mehreren schönen Mädchen sprechen willst, setzt du lediglich das Substantiv in den Plural: güzel k?zlar. Wie bei den Grundlagen erwähnt, kannst Du beim Gebrauch der Subdtantive einen unbestimmten Artikel einsetzen. In Kombination mit dem Adjektiv im Türkischen wird der unbestimmte Artikel allerdings trotzdem vor das Substantiv gesetzt, statt ihn so wie im Deutschen vor das Adjektiv zu setzen. Wenn Du also "ein schönes Mädchen" sagen möchtest, bedeutet das: güzel bir k?z. Tatsächlich gibt es aber auch im Türkischen eine Variante, die mit dem Deutschen identisch ist, allerdings nur sehr selten eingesetzt wird: bir güzel k?z. Das Adjektiv hat im Türkischen folgende Funktionen:- Es bezieht sich, wie in unseren Beispielen, als Attribut auf ein Substantiv.
- Es kann prädikativ eingesetzt werden: k?z güzel – "das Mädchen ist schön"
- Ein Adjektiv kann substantiviert werden.
- Es kann adverbial gebraucht werden, worauf wir im Laufe des Artikels noch zu sprechen kommen.
- Adverbien des Ortes, sogenannte Lokaladverbien. Das sind zum Beispiel im Deutschen Wörter wie: außen, da, dort, drinnen, hier, hierhin, hinein, hinten, irgendwo, links, nebenan, oberhalb, überall, unten, vorn usw.
- Adverbien der Zeit, die sogenannten Temporaladverbien. Das sind im Deutsche Wörter wie: bald, bereits, bisher, danach, davor, einst, endlich, freitags, gestern, immer, inzwischen, neulich, nie, oft, sofort, täglich, vorhin, zurzeit usw.
- Adverbien der Art und Weise, die sogenannten Modaladverbien. Im Deutschen sind das Wörter wie: anders, bekanntlich, ebenfalls, fast, folgendermaßen, ganz, genauso, genug, gern, hoffentlich, kaum, leider, möglicherweise, sehr, so, vielleicht, wirklich usw.

Verben in der türkischen Sprache
In diesem Artikel konzentrieren wir uns lediglich auf die bestimmte Form des Präsens – im Türkischen gibt es nämlich zwei Formen der Gegenwart. Das bestimmte Präsens drückt eine Handlung aus, die augenblicklich geschieht. Die bestimmte Form des Präsens wird mit der Endung -yor und im folgenden Muster gebildet: Verbstamm + Tempusuffix + Personalendung.Vollverben stehen in der Grundform immer im Infinitiv, welches im Türkischen mit den Endungen -mek und -mak gebildet wird. Die Infinitivendungen unterliegen der kleinen Vokalharmonie. Doch für die Bildung des Präsens musst Du die Infinitivendung des -yor Verbs abziehen, damit Du den Verbstamm erhältst. An den Verbstamm hängst Du dann das Tempussuffixund dann die entsprechende Personalendung. Ein Beispiel: Wie nehmen das türkische Wort okumak für "lesen". Ziehen wir die Infinitivendung ab, dann haben wir den Verbstamm oku-, an den wir die Endung -yor hängen. Somit ergibt sich das Wort okuyor. Jetzt folgt nur noch eine Personalendung, die bei allen Türkischen Verben gleich ist:- 1. Person Singular: -um
- 2. Person Singular: -sun
- 3. Person Singular: keine Personalendung
- 1. Person Plural: -uz
- 2. Person Plural: -sunuz
- 3. Person Plural: -lar
- 1. Person Singular: oku-yor-um – ich lese
- 2. Person Singular: oku-yor-sun – du liest
- 3. Person Singular: oku-yor – er/sie/es liest
- 1. Person Plural: oku-yor-uz – wir lesen
- 2. Person Plural: oku-yor-sunuz – ihr lest/Sie lesen
- 3. Person Plural: oku-yor-lar – sie lesen
- Auf einen Wortstamm, der mit den Vokalen e und i endet, folgt ein i.
- Auf ein ö und ü folgt ein ü.
- Auf ein a und ? folgt ein ?.
- Auf ein o und u folgt ein u.
- ö?renmek – ö?reniyor
- almak – al?yor
- gülmek – gülüyor
- oturmak – oturuyor
Das Hilfsverb "sein"
In der türkischen Sprache gibt es im Gegensatz zum Deutschen keinen Infinitiv, der dem deutschen Verb "sein" entspricht. Deshalb wird das Hilfsverb "sein" deshalb im Präsend mit einer Personalendung zum Ausdruck gebracht.Die Konjugation unterliegt auch hier wieder der großen Vokalharmonie. Wenn Du zum Beispiel sagen möchtest, dass Du Türk*in bist, dann nimmst Du erstmal das türkische Wort Türk und hängst die entsprechenden Personalendungen dran.Nach a oder ? kommen folgende Endungen:- –?m
- –s?n
- –
- –?z
- –s?n?z
- –lar
- –üm
- –sün
- –
- –üz
- –sünüz
- –ler
- –um
- –sun
- –
- –uz
- –sunuz
- –lar
- 1. Person Singular: evliyim
- 1. Person Plural: evliyiz

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