Im Westen richten wir unseren Blick auf die Sonne. In China hingegen beobachtet man das Zusammenspiel von Mond und Jupiter. Darin liegt der grundlegende Unterschied zwischen unseren beiden Himmelsvorstellungen. Während in Europa dein Sternzeichen vom Geburtsmonat abhängt (der Position der Sonne in einer Konstellation), wird in China das gesamte Geburtsjahr einem Tier zugeordnet. Die chinesische Astrologie auf eine einfache Liste von zwölf Tieren zu reduzieren, greift aber viel zu kurz.

Sie ist seit mehreren Jahrtausenden ein kultureller Eckpfeiler und wird in China noch heute als strategisches Werkzeug zur Lebensgestaltung genutzt. Hochzeitsdaten werden so gewählt, dass die Harmonie des Paares stimmt, Unternehmen an Tagen gegründet, die Erfolg versprechen und selbst in der traditionellen chinesischen Medizin spielt sie eine Rolle.

Den chinesischen Tierkreis zu verstehen heisst, in ein komplexes System einzutauchen, das taoistische Philosophie, den lunisolaren Kalender und kaiserliche Legenden miteinander verbindet. Die chinesische Astrologie ist reichhaltig und vielschichtig.

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Und los geht's

Die Geschichte der chinesischen Astrologie

Chinesische Astrologie wurde nicht in unterhaltenden Magazinen erfunden, sondern an den Höfen der Kaiser.1

2637 v. Chr.

Der Gründungsmythos

Der Legende nach erfand der Gelbe Kaiser (Huang Di) den ersten Kalender und führte den ersten 60-Jahres-Zyklus ein. Das gilt als der traditionelle „Nullpunkt“ der chinesischen Zeitrechnung.

4. Jh. v. Chr. (Zeit der Streitenden Reiche)

Theoretischer Aufbau

Die Theorie der Wu Xing – die fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser – wird entwickelt und in die Astrologie und Medizin integriert.

104 v. Chr. (Han-Dynastie)

Kodifizierung

Kaiser Wu führt den Taichu-Kalender („Grosser Anfang“) ein. Damit entsteht das organisierte Kalendersystem, wie wir es kennen, das solare und lunare Zyklen verbindet.

618-907 (Tang-Dynastie)

La popularisation des animaux

Die Tiere gab es zwar schon, aber in diesem kulturellen Goldzeitalter wird die Verbindung der 12 Tiere mit den Geburtsjahren beliebt und verbreitet sich in der Gesellschaft sowie in benachbarte Länder wie Japan und Korea.

1912

Moderne Dualität

Mit dem Ende des Kaiserreichs und der Gründung der Republik China wird offiziell der gregorianische (solare) Kalender für die Verwaltung übernommen. Für Feste und Astrologie bleibt der Mondkalender jedoch bestehen.

Von kaiserlichen Wurzeln zu Volksglauben

Schon in der Zhou-Dynastie (1046–256 v. Chr.) war der Blick in den Himmel Staatsangelegenheit. Der Kaiser, als „Sohn des Himmels“ angesehen, sorgte dafür, dass Himmel und Erde im Einklang standen. Nur er durfte die Sterne befragen, um etwa die Ernte vorherzusagen oder den Ausgang eines Krieges abzuschätzen.

Erst unter der Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) wurde das System wirklich festgeschrieben – inklusive des lunisolaren Kalenders. Während die kaiserlichen Astronomen Sonnen- und Mondfinsternisse überwachten (die als schlechtes Omen galten), hielt die Astrologie langsam Einzug in den Alltag der Menschen. Sie wurde unverzichtbar, um Termine für grosse traditionelle Feste wie Neujahr oder das Laternenfest festzulegen und damit das soziale und landwirtschaftliche Leben in ganz China zu strukturieren.

Der Einfluss der chinesischen Philosophie

Dieses System beruht nicht nur auf mathematischen Berechnungen, sondern ist das Ergebnis einer einzigartigen Mischung aus Taoismus, Konfuzianismus und Buddhismus.

Im Zentrum dieser Mechanik steht das Prinzip von Yin und Yang. Diese grundlegende Dualität ordnet jedes Tierzeichen und jedes Jahr ein (der Ratte wird Yang zugeordnet, dem Ochsen Yin …) und schafft so ein dynamisches Gleichgewicht.

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Yin und Yang verstehen

Als Symbole universeller Harmonie stehen Yin und Yang nicht für Gegensätze, sondern ergänzen sich gegenseitig. Yin (Schatten) steht für das Weibliche, Kälte und Empfangendes. Yang (Licht) verkörpert das Männliche, Wärme und Tatkraft. Im Tierkreis ist jedes Tierzeichen von Natur aus Yin oder Yang.

Am faszinierendsten bleibt die Vorstellung vom Schicksal. In der chinesischen Astrologie unterscheidet man zwei Konzepte:

  • Ming (命): Das Schicksal – die „Karte“, die man bei der Geburt erhält, unveränderlich.
  • Yun (运): Das Glück – der „Weg“, den man im Leben geht.

Wer die Astrologie versteht, kann laut der alten chinesischen Lehre am besten sein Yun nutzen, um sein Ming zu erfüllen.2

Yin und Yang Symbol auf einem Tisch neben einem Räucherkerzenhalter
Yin und Yang spielen auch in der chinesischen Astrologie eine Rolle.

Die Grundlagen des chinesischen Astrologiesystems

Die chinesische Astrologie beschränkt sich nicht darauf, zu wissen, welches Tier du bist. Sie ist ein komplexes System, das Zeit, Elemente und Mondzyklen miteinander verknüpft.

Mondastrologie (China) vs. Sonnenastrologie (Westen)

Der grösste Unterschied zwischen den beiden Systemen liegt im Kalender: Während der Westen das Sonnenjahr in 12 Tierkreiszeichen unterteilt (Widder, Stier …), denkt man in China in 12-jährigen Mondzyklen. Trotzdem werden westliche Astrologie-Fans viele vertraute Archetypen wiederfinden.

In beiden Astrologien nehmen die Planeten nicht nur bei der Geburt, sondern auch im Laufe des Lebens eines Menschen Einfluss – ein wichtiger Faktor bei der Berechnung des chinesischen Sternzeichens.

Beide Systeme kennen zwölf Tierkreiszeichen. In der westlichen Astrologie hängt das Zeichen vom Geburtsmonat ab, beziehungsweise vom Zeichen, in dem der Neumond stattfindet (Widder, Stier, Zwillinge …), in der chinesischen Astrologie wird das Zeichen hingegen durch das Geburtsjahr bestimmt.

Astronomische Uhr am Prager Rathaus
Die astronomische Uhr am Prager Rathaus zeigt neben der Uhrzeit auch das Sternzeichen an.

Häufig verglichen werden:

  • 🐉 Der Drache und der Löwe – strahlen Charisma aus und haben ein inneres Feuer.
  • 🐀 Die Ratte und die Zwillinge – clever, geistreich und sozial geschickt.
  • 🐍 Die Schlange und der Skorpion – geheimnisvoll, strategisch und lieben Intensität.
  • 🐐 Die Ziege und der Fische - träumerisch, künstlerisch und sensibel.
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Aber Vorsicht!

Das sind nur symbolische Parallelen. In der einen Astrologie wird nach dem Monat gerechnet, in der anderen nach dem Jahr – man kann also sehr wohl ein Löwe im Herzen und eine Ziege im Geburtsjahr sein!

Die fünf Elemente (Wu Xing) – die unverzichtbare Nuance

Die fünf wichtigsten Planeten, wie sie von den alten chinesischen Astronomen beobachtet wurden, sind jeweils mit einem Element verbunden:

  • Jupiter ist Holz🪵
  • Mars ist Feuer 🔥
  • Saturn ist Erde 🌍
  • Venus ist Metall⚙️
  • Merkur ist Wasser 💧

Die Position der Planeten am Himmel, ebenso wie die von Sonne (Yang) und Mond (Yin) oder der Vorbeizug von Kometen bei der Geburt, beeinflussen laut der chinesischen Astrologie unser Schicksal. Besonders Jupiter spielt eine wichtige Rolle: Bis in die Zeit der Han-Dynastie wurde er Planet genutzt, um die Jahre zu zählen.

Die chinesische Astrologie kennt ausserdem symbolische Farben, die mit den fünf mythischen Tieren (Totems) der Wu-Xing-Theorie verbunden sind:

  • Weiss steht für Metall ⚙️, verbunden mit Venus und dem Weissen Tiger des Westens.
  • 🔵 Blau und Schwarz stehen für Wasser 💧, verbunden mit Merkur und der Schwarzen Schildkröte des Ostens.
  • 🟢 Grün entspricht Holz 🪵, verbunden mit Jupiter und dem Grünen Drachen des Ostens.
  • 🔴 Rot gehört zum Feuer 🔥, verbunden mit Mars und dem Roten Vogel des Südens.
  • 🟡 Gelb steht für Erde 🌍, verbunden mit Saturn und der Schlange. Es symbolisiert das Gleichgewicht und war zudem die Farbe des Kaisers.

Im 60-Jahres-Zyklus werden die 12 Tierkreisjahre mit dem Yin-Yang-Zyklus kombiniert. Jedes Tier ist immer einem bestimmten Typen zugeordnet: Der Drache ist zum Beispiel immer Yang, die Ziege immer Yin. In unserem Kalender entsprechen gerade Jahre Yang, ungerade Jahre Yin.

Ein Tierzeichen tritt nie allein auf – es wird immer von einem Element „gefärbt“, das sich jedes Jahr ändert. Das ist die Theorie der Wu Xing. Es geht dabei nicht um Chemie, sondern um Bewegung und ständige Veränderung.

Das Geheimnis liegt im Erzeugungszyklus:

  • 🪵 Holz nährt das Feuer 🔥
  • 🔥 Feuer erzeugt die Erde (durch Asche) 🌍
  • 🌍 Erde trägt das Metall ⚙️
  • ⚙️ Metall bereichert das Wasser 💧
  • 💧 Wasser nährt das Holz 🪵

Ein Feuer-Drachen ist dadurch impulsiver und dominanter, ein Wasser-Drachen dagegen ruhiger und überlegter. Das Element kann die Natur des Tieres ausgleichen oder verstärken.

Kombiniert man die fünf Elemente – Metall (金, jīn), Holz (木, mù), Wasser (水, shuǐ), Feuer (火, huǒ) und Erde (土, tǔ) – mit den Tierzeichen, entsteht ein 60-Jahres-Zyklus. So kann man zum Beispiel Metall-Ratte, Feuer-Tiger, Wasser-Hase oder Holz-Ziege sein.

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Die fünf Elemente

Sie verleihen deiner Persönlichkeit Nuancen. Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser wechseln sich alle zwei Jahre ab. Sie wirken in Zyklen aufeinander ein (z. B. nährt Holz das Feuer). Ein Tiger allein sagt also nicht alles aus: Ein Feuer-Tiger ist impulsiv, ein Wasser-Tiger dagegen ruhig und überlegt.

Bazi – mehr als nur eine Liste von Tieren

Zu sagen „Ich bin ein Pferd“ ist eine extreme Vereinfachung. Tatsächlich repräsentiert das Tier deines Geburtsjahres nur etwa ein Achtel deines Geburtshoroskops.3

Das vollständige System heisst Bazi (八字) oder die „Vier Säulen des Schicksals“. Jeder Moment deiner Geburt entspricht einer Säule:

Jahr

Monat

Tag

Stunde

Hier wird die Geburtsstunde besonders wichtig – sie bestimmt dein „geheimes Tier“, das dein tiefstes Ich regiert. Für eine seriöse Analyse betrachten Astrolog*innen die komplexen Wechselwirkungen zwischen den vier Tieren der Säulen und den fünf Elementen.

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Entstehungslegenden und Volksgeschichten des chinesischen Horoskops

Warum steht die Ratte vor dem mächtigen Drachen? Die Reihenfolge im Tierkreis ist kein Zufall. Sie basiert auf einer Legende, die jedes Kind in China kennt – eine Geschichte voller List, Kraft und Loyalität.

Das grosse Wettrennen der Tiere: Warum die Ratte an erster Stelle steht

Der Legende nach lud der Jadekaiser (oder Buddha, je nach Version) die Tiere zu einem Neujahrsbankett ein. Um dorthin zu gelangen, mussten sie einen reissenden Fluss überqueren. Die Reihenfolge ihres Ankommens bestimmte ihre Position im Tierkreis.

Die Ratte, schlau, aber keine gute Schwimmerin, bat den Büffel, sie zu tragen. Der Büffel, Symbol für Güte, Fleiss und etwas Naivität, stimmte zu und trug die Ratte auf seinem Kopf. Kurz vor dem Ufer sprang die Ratte jedoch hinunter und überquerte als Erste die Ziellinie – der Büffel kam an zweiter Stelle.

Diese Geschichte prägt auch die Charaktere der Tiere:

  1. Die Ratte steht für strategische Intelligenz (und manchmal Opportunismus)
  2. Der Ochse verkörpert Ausdauer
  3. Der Tiger, wettbewerbsorientiert und kraftvoll, wurde Dritter – erschöpft von der Strömung, aber durch seine Muskelkraft vorangekommen

Weitere symbolische Geschichten und Mythen

Eine andere Legende erzählt, wie das Schwein den Jadekaiser dazu brachte, die Tiere zu bewerten und die Reihenfolge im Tierkreis zu bestimmen.

Dabei ging einiges durcheinander: Das Schwein stellte die Ratte und den Ochsen vor den Tiger und den Drachen, was diese sehr erzürnte.

Um den Tiger zu beruhigen, malte der Affe ihm das Schriftzeichen für „König“ auf die Stirn. Den Drachen versuchte der Hahn zu besänftigen, indem er ihm seine Hörner als Krone schenkte und ihn so zum „König der Wassertiere“ erklärte.

Der Hase forderte den Drachen zu einem Rennen heraus. Er gewann, weil der Drache mit seinen Hörnern in den Ästen eines Baumes hängenblieb. Für dieses Missgeschick wurde der Hahn verantwortlich gemacht. Der Drache versprach, ihm die Krone zurückzugeben, aber erst, wenn die Sonne im Westen aufgehen würde – seitdem bittet der Hahn jeden Morgen die Sonne, im Westen aufzugehen.

Der Hund half dem Hasen, indem er ihm riet, seinen Schwanz zu kürzen, um schneller zu sein. Als der Hund später ein wenig Anerkennung dafür erwartete, beleidigte der Hase ihn – daraufhin biss der Hund den Hasen, und er wurde als Strafe an die letzte Position gesetzt.

Das Schwein wollte sich zunächst an die Spitze setzen, legte die Entscheidung aber dem Jadekaiser vor. Nachdem der Kaiser von all den Streichen und Verwirrungen erfahren hatte, setzte er das Schwein ans Ende der Liste.

Illustration eines Hahns mit chinesischem Schriftzeichen
Der Hahn hatte Hörner, bevor er sie dem Drachen geschenkt hat.

Aber eine Frage beschäftigt viele: Wo ist eigentlich die Katze?

Der Legende nach waren die Katze und die Ratte einst Freunde. Die Ratte hatte versprochen, die Katze rechtzeitig für das Wettrennen zu wecken – tat es aber nicht. Je nach Version „vergisst“ sie es, stösst die Katze ins Wasser oder lügt über den tatsächlichen Tag des Rennens.

Die Katze kam zu spät und wurde deshalb aus dem Tierkreis ausgeschlossen. Seitdem haben Katzen angeblich eine Abneigung gegen Ratten.

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Kulturelle Anmerkung

Die Katze hat ihre Rache erhalten – in Vietnam ersetzt sie den Hasen im lokalen Tierkreis!

Diese Tiere sind nicht nur Fabelwesen – sie bestimmen auch die Rituale zum Neujahrsfest. Um Glück (Fu) anzuziehen, dekoriert man das Haus mit Darstellungen des Tieres des kommenden Jahres und trägt rote Unterwäsche, wenn es das eigene Jahr ist (Ben Ming Nian), um Unglück fernzuhalten.4

Rote und goldene Geschenke und eine chinesische Neujahrskarte

Die kulturellen Symbole der Tiere5

TierHauptthemaSymbolikWarum / Ursprung
Ratte (Shǔ)Fülle und SparsamkeitMaterieller Reichtum, FruchtbarkeitSchnelle Vermehrung und Vorratshaltung, historisches Zeichen von Wohlstand
Büffel (Niú)Wohlstand durch ArbeitFrühling, Landwirtschaft, ZuverlässigkeitSymbol für die harte Arbeit auf den Feldern, Wohlstand durch Fleiß
Tiger (Hǔ)Schutz und TapferkeitKönig der Tiere, Schutz vor GeisternStreifen bilden das Schriftzeichen 王 (König)
Hase (Tù)Langlebigkeit und FriedenEwiges Leben, AnmutJade-Hase bereitet das Elixier der Unsterblichkeit auf dem Mond
Drache (Lóng)Imperiale Macht und GlückAutorität, Yang, Regen, ErfolgMythisches wohlwollendes Tier, bringt Regen
Schlange (Shé)Wiedergeburt und WeisheitHeilung, weibliche WeisheitHäutung symbolisiert Regeneration, auch „Kleiner Drache“ genannt
Pferd (Mǎ)Schneller Erfolg und ReisenGeschwindigkeit, Ausdauer, sozialer StatusSymbol für sofortigen Erfolg
Ziege (Yáng)Harmonie und KindespflichtFrieden, Kunst, Respekt vor ElternKitz kniet, um zu säugen, Symbol für Respekt
Affe (Hóu)Intelligenz und AufstiegList, sozialer AufstiegHóu‘ klingt wie ein chinesischer Adelstitel, daher steht der Affe für gesellschaftlichen Aufstieg
Hahn (Jī)Pünktlichkeit und SchutzZuverlässigkeit, DämonenjägerKräht bei Sonnenaufgang und vertreibt Geister
Hund (Gǒu)Loyalität und SchutzTreue, HaushüterEin Hund bringt Wohlstand ins Haus
Schwein (Zhū)Reichtum und GlückFülle, leichtes GlückErwirbt Reichtum ohne offensichtliche Anstrengung

Warum fasziniert die chinesische Astrologie noch heute?

Der chinesische Tierkreis ist alles andere als ein Relikt der Vergangenheit. Er hat die Kulturrevolution und den rasanten Modernisierungsdruck überlebt – weil er in unsicheren Zeiten Orientierung und Sicherheit bietet.

Eine Tradition, die sich an die Moderne angepasst hat

Von den Tempeln direkt aufs Smartphone - Heute fragt kaum noch jemand den Dorfweisen. Stattdessen checkt man Tierkreiszeichen per App, zum Beispiel um:

Die Liebeskompatibilität zu prüfen:

Auf Dating-Apps – in Asien und auch im Westen – ist das Tierkreiszeichen ein beliebter Filter. Schon vor dem ersten Date möchte man wissen, ob die Ratte und der Hase zusammenpassen.

Businessentscheidungen zu planen:

In Städten wie Hongkong oder Shanghai werden wichtige Verträge oft an „glückverheissenden“ Tagen unterschrieben, die nach dem Mondkalender berechnet sind. Astrologie wird so zum Instrument für Strategie und Risikoabschätzung.

Mit Online-Bazi-Rechnern kann heute jeder in wenigen Klicks sein komplettes Geburtshoroskop abrufen – ein Wissen, das früher nur den Eliten vorbehalten war.

Kann man der chinesischen Astrologie Glauben schenken?

Die Meinungen gehen auseinander: archaischer Aberglaube oder uralte Weisheit? Für viele moderne Nutzer*innen geht es nicht um blindes „Glauben“ oder Fatalismus. Chinesische Astrologie funktioniert eher wie eine energetische Wettervorhersage: Sie zeigt, wann man günstig handelt, wie man sich auf andere einstellt oder wann man besser abwartet.

Im Gegensatz zur westlichen Astrologie, die oft psychologisch fragt: „Wer bin ich?“, ist die chinesische Astrologie beziehungs- und zeitorientiert: „Wie gehe ich mit anderen um? Wann ist der richtige Moment zu handeln?“

Sie bleibt relevant, weil sie ein praktisches Werkzeug für Selbstreflexion und Entscheidungen ist. Ob man sie als kosmische Wahrheit oder als psychologisches Hilfsmittel betrachtet – sie hilft, sich in den Zyklen des Lebens bewusster zu bewegen.

Das chinesische Horoskop will die Zukunft nicht vorhersagen. Es ist ein reiches, symbolisches System, das erlaubt, Charakterzüge und Beziehungsdynamiken spielerisch zu erkunden.

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Das Wichtigste zur chinesischen Astrologie

🌙 Es geht ums Jahr – und den Mond: Anders als in der westlichen Astrologie, die jeden Monat das Zeichen wechselt, gilt dein chinesisches Tierkreiszeichen für ein ganzes Mondjahr.
🔥 Die Elemente nicht vergessen: Nur „Drache“ zu sein, reicht nicht. Bist du Holz, Feuer oder Metall? Dein Element gibt deinem Charakter wichtige Nuancen.
🕰️ Die Stunde zählt doppelt: Dein „wahres“ Tier steckt in deiner Geburtsstunde – dem sogenannten Stunden-Pfeiler im Bazi.
🧭 Eine Orientierungshilfe, keine Gefängniszelle: Ziel des Tierkreises ist nicht, dein Schicksal (Ming) stur zu akzeptieren, sondern die Informationen zu nutzen, um die Zyklen des Glücks (Yun) besser zu navigieren.

Was interessiert dich an der chinesischen Astrologie?

💘 Meine Liebeskompatibilität checken0%
🕵️ Mein „geheimes Tier“ (Geburtsstunde) entdecken0%
💼 Den Kalender für berufliche Entscheidungen nutzen0%
🐉 Einfach aus Spass oder zur Allgemeinbildung0%

Quellen

  1. Wilkinson, Endymion. Chinese History: A New Manual. 4e éd., Harvard University Asia Center, 2015. https://archive.org/details/chinesehistoryne0000wilk (Zugriff: 16.01.2026)
  2. Granet, Marcel. La Pensée Chinoise. Albin Michel, coll. "L'Évolution de l'Humanité", 1934 (rééd. 1999). https://classiques.uqam.ca/classiques/granet_marcel/A12_la_pensee_chinoise/la_pensee_chinoise.pdf(Zugriff: 16.01.2026)
  3. Lau, Theodora. The Handbook of Chinese Horoscopes. 40th Anniversary Edition, HarperCollins, 2019. https://ia902800.us.archive.org/6/items/Book1964LouisMacNeiceAstrology/Book_1988_Theodora%20Lau_The%20handbook%20of%20Chinese%20horoscopes.pdf (Zugriff: 16.01.2026)
  4. Pimpaneau, Jacques. Chine : Mythes et Dieux. Éditions Philippe Picquier, 1999.
  5. Eberhard, Wolfram. A Dictionary of Chinese Symbols: Hidden Symbols in Chinese Life and Thought. Routledge, 1986. https://archive.org/details/dictionaryofchin00wolf (Zugriff: 16.01.2026)

 

Mit KI zusammenfassen:

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Saskia Franz

Als Country Managerin bei Superprof versuche ich euer Superprof-Erlebnis so angenehm wie möglich zu machen. Ich lebe und arbeite in Paris und verbringe meine Zeit am liebsten mit Wandern, Zumba tanzen, Freunde treffen, Lesen und neue Orte entdecken.