Grosse Leinwand unter freiem Himmel, internationale Premieren, Schweizer Nachwuchsfilme oder eine Nacht voller Horror und Science-Fiction: Die Filmfestivals in der Schweiz sind vielfältig. Zu den wichtigsten Schweizer Filmfestivals gehören das Locarno Film Festival, das Zurich Film Festival, die Solothurner Filmtage und das Geneva International Film Festival.
Dazu kommen profilierte Spezialfestivals wie Visions du Réel für Dokumentarfilm, Fantoche für Animation, die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur und das Neuchâtel International Fantastic Film Festival (NIFFF). Wer queeres Kino sucht, sollte ausserdem das Pink Apple Filmfestival in Zürich und Frauenfeld kennen.
Damit du nicht erst sämtliche Festivalprogramme durchsuchen musst, findest du hier die wichtigsten Filmfestivals der Schweiz nach Ort, Jahreszeit und Schwerpunkt – plus Tipps für Tickets, Anreise und die Wahl des Festivals, das am besten zu dir passt.
Die wichtigsten Filmfestivals der Schweiz auf einen Blick
Wer nach einem Filmfestival in der Schweiz sucht, hat praktisch das ganze Jahr über Auswahl. Die Festivals verteilen sich zudem auf unterschiedliche Sprachregionen: vom Tessin über die Deutschschweiz bis in die Romandie.
Festivalübersicht nach Ort, Schwerpunkt und Saison
| Filmfestival | Ort | Schwerpunkt | Typischer Zeitraum |
|---|---|---|---|
| Solothurner Filmtage | Solothurn | Schweizer Film | Januar |
| Visions du Réel | Nyon | Internationaler Dokumentarfilm | April |
| Pink Apple | Zürich & Frauenfeld | Queeres Kino | Ende April/Anfang Mai |
| NIFFF | Neuchâtel | Fantasy, Horror, Science-Fiction | Juli |
| Locarno Film Festival | Locarno | Internationales Autoren- und Weltkino | August |
| Fantoche | Baden | Animationsfilm | September |
| Zurich Film Festival | Zürich | Internationale Premieren, Gala- und Publikumsfilme | Ende September/Anfang Oktober |
| Geneva International Film Festival | Genf | Film, Serien und immersive Medien | Ende Oktober/Anfang November |
| Internationale Kurzfilmtage Winterthur | Winterthur | Internationaler Kurzfilm | November |
Die genauen Termine ändern sich von Jahr zu Jahr. Wenn du eine Reise rund um ein Festival planst, solltest du deshalb immer noch einmal auf der jeweiligen Festivalwebsite nachsehen.
Grosse Schweizer Filmfestivals für internationales Kino
Locarno Film Festival: Weltkino unter freiem Himmel
Es gibt Filmfestivals, bei denen der Ort fast genauso wichtig ist wie die Filme. Locarno gehört definitiv dazu. Jeden August wird die Tessiner Stadt am Lago Maggiore zum Treffpunkt für Filmschaffende, Branchenpublikum und Kinofans aus aller Welt.

Das bekannteste Bild des Festivals ist die Piazza Grande: Nach Sonnenuntergang verwandelt sich der zentrale Platz in ein riesiges Open-Air-Kino mit rund 8'000 Plätzen. Wer hier einen Film sieht, bekommt also nicht einfach eine Kinovorstellung, sondern eines der eindrucksvollsten Festivalerlebnisse der Schweiz.
Inhaltlich steht Locarno für internationales Autorenkino, Entdeckungen und neue filmische Stimmen. Gleichzeitig laufen auf der Piazza Grande Filme, die bewusst ein breiteres Publikum ansprechen. Genau diese Mischung macht das Festival spannend: Du kannst tagsüber einen experimentellen Wettbewerbsfilm entdecken und am Abend mit Tausenden Menschen eine grosse Premiere unter freiem Himmel schauen.
Für einen Sommertrip lässt sich das Festival ausserdem hervorragend mit ein paar zusätzlichen Tagen im Tessin verbinden.
Zurich Film Festival: Premieren, Stars und Publikumsevents

Das Zurich Film Festival, kurz ZFF, bringt jeden Herbst internationales Kino mitten nach Zürich. Auf dem Programm stehen Spiel- und Dokumentarfilme, Gala-Premieren, Wettbewerbe und Gespräche mit Filmschaffenden. Das Festival beschreibt seine Mischung selbst als Verbindung von internationaler Strahlkraft und lokaler Verankerung.
Besonders sichtbar wird das ZFF durch seine Premieren und prominenten Gäste. Gleichzeitig ist es aber kein abgeschotteter Branchenevent: Viele Vorstellungen, Masterclasses und Rahmenveranstaltungen sind für reguläres Publikum zugänglich. Dazu kommt ein eigenes Angebot für Kinder.
Wenn du Festivalatmosphäre erleben möchtest, ohne gleich eine komplette Reise darum zu bauen, ist Zürich praktisch. Kinos, Festivalorte, Restaurants und Hauptbahnhof liegen nah beieinander – ideal für ein langes Wochenende.
Genève International Film Festival: Film, Serien und neue audiovisuelle Formate
Beim Geneva International Film Festival, kurz GIFF, gehören neben Filmen auch Serien, interaktive Installationen, Virtual Reality und andere immersive Formate zum Programm. Das Festival bezeichnet sich selbst als Treffpunkt verschiedener audiovisueller Disziplinen und erreicht jährlich rund 35'000 Festivalgäste.
Damit ist Genf besonders interessant, wenn dich nicht nur das traditionelle Kino interessiert. Beim GIFF verschwimmen die Grenzen zwischen Leinwand, Streaming, Games, digitalen Installationen und neuen Formen des Storytellings.
Mit GIFF PRO besitzt das Festival ausserdem einen eigenen Branchenteil rund um audiovisuelle Innovation, neue Technologien und Vernetzung. Für Filmschaffende, Produzent und Menschen aus der Medien- und Kreativwirtschaft lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf das Fachprogramm.
Schweizer Filmfestivals für nationale Produktionen und Filmschaffen
Solothurner Filmtage: Das wichtigste Schaufenster des Schweizer Films
Wer wissen will, was sich gerade im Schweizer Film tut, kommt an Solothurn kaum vorbei. Die Solothurner Filmtagepräsentieren seit 1966 jährlich eine Werkschau des aktuellen Schweizer Films. Gleichzeitig sind sie Publikumsfestival und wichtiger Treffpunkt der Branche. Bei der Ausgabe 2026 zählte das Festival erneut rund 65'000 Eintritte.
Gezeigt werden Spiel-, Dokumentar-, Kurz- und Animationsfilme. Dazu kommen Premieren, Gespräche, Diskussionsveranstaltungen und Branchenangebote. Gerade die Mischung ist spannend: In einem Moment sitzt du in einer Premiere, kurz darauf begegnen sich Publikum, Regisseur, Schauspieler und Produzent in den Gassen und Lokalen der Altstadt.
Für Filmschaffende gibt es mit SO PRO auch hier zusätzlich ein Fachprogramm mit Pitchings, Labs, Fallstudien und Networking.
Warum ein Schweizer Filmfestival besuchen?
Schweizer Kino ist weit mehr als ein einzelner Stil oder eine einzelne Sprache. Produktionen entstehen in der Deutschschweiz, Romandie, im Tessin und in mehrsprachigen Teams. Entsprechend unterschiedlich sind Themen, Perspektiven und Erzählweisen.
Auf einem Festival entdeckst du viele dieser Filme früher als im regulären Kino – manche Produktionen schaffen es später sogar nur begrenzt in den kommerziellen Verleih. Dazu kommen Gespräche mit Regisseur, Cast und Filmteams. Ein Festivalbesuch gibt dir damit einen deutlich direkteren Blick auf das Schweizer Filmschaffen als ein normaler Kinobesuch.
Wenn du anschliessend nach aktuellen Schweizer Filmen, Talenten oder Produktionen suchen möchtest, findest du auf SWISS FILMS – der offiziellen Informationsplattform für den Schweizer Film eine umfangreiche Filmdatenbank. SWISS FILMS ist die nationale Promotionsagentur des Schweizer Films und unterstützt dessen Sichtbarkeit im In- und Ausland.
Spezialfestivals nach Filmgenre und Interessen
Nicht jedes Festival muss möglichst viele Genres abdecken. Einige der interessantesten Filmfestivals der Schweiz funktionieren gerade deshalb so gut, weil sie sich konsequent auf einen bestimmten Bereich konzentrieren.
Dokumentarfilm: Visions du Réel in Nyon
Visions du Réel in Nyon gehört zu den wichtigsten Adressen für internationales Dokumentarfilmschaffen in der Schweiz. Wobei „Dokumentarfilm“ fast schon zu eng ist: Im Zentrum stehen kreative Formen des nicht-fiktionalen Kinos und sehr unterschiedliche persönliche, formale und politische Perspektiven.
Das Festival findet jeweils im Frühling statt und verbindet öffentliche Filmvorführungen mit einem umfangreichen Industry-Programm.
Für junge Filmfans gibt es auf dem Visions du Réel zudem eigene Angebote wie VdR Kids und VdR Next Gen.
Animation: Fantoche in Baden
Wer bei Animationsfilm zuerst an Kinderkino denkt, bekommt beim Fantoche ziemlich schnell das Gegenteil bewiesen. Das internationale Animationsfilmfestival in Baden zeigt, wie vielfältig das Medium sein kann: experimentell, politisch, verspielt, düster, abstrakt oder ausgesprochen unterhaltsam.
Internationale und Schweizer Wettbewerbe treffen auf thematische Programme, aktuelle Festivalentdeckungen und Veranstaltungen rund um Animationskunst. Gleichzeitig gibt es mit dem Kinderfilm-Wettbewerb ein Programm speziell für jüngere Zuschauer.
Das macht Fantoche zu einem der Festivals, das sich gut generationsübergreifend besuchen lässt.
Kurzfilm: Internationale Kurzfilmtage Winterthur
Sechs Tage, viele Filme – nur eben deutlich kürzer. Die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur bezeichnen sich als bedeutendstes Kurzfilmfestival der Schweiz und verwandeln Winterthur jeden November in eine kleine Kurzfilmmetropole.
An einem einzigen Abend kannst du Geschichten, Stile und Länder wechseln, für die du bei Langfilmen mehrere Tage bräuchtest. Neben internationalen Wettbewerben gehören thematische Programme, Installationen, Performances, Konzerte und andere Specials zum Festival.
Auch für Menschen, die sonst selten auf Filmfestivals gehen, ist das Format angenehm zugänglich: Du musst dich nicht drei Stunden auf einen einzigen Film festlegen und entdeckst innerhalb eines Programmblocks gleich mehrere neue Stimmen.
Die internationalen Kurzfilmtage sind also ein schöner Einstieg in die Schweizer Filmszene.
Fantasy, Horror und Science-Fiction: NIFFF in Neuchâtel
Im Juli wird Neuchâtel etwas unheimlicher. Das Neuchâtel International Fantastic Film Festival, kurz NIFFF, widmet sich Fantasy und verwandten Genres und bezeichnet sich als einziges Schweizer Festival mit dieser konsequenten Ausrichtung.
Horror gehört genauso dazu wie Science-Fiction, Fantasy und andere Spielarten des fantastischen Kinos. Das Programm reicht dabei weit über klassische Genrefilme hinaus und zeigt, wie innovativ und international die Szene heute ist.
Genre-Community, Open-Air-Vorführungen und Rahmenveranstaltungen machen das Festival zu einem Sommerereignis, für das sich auch ein Wochenende in Neuchâtel lohnt.
Queeres Kino: Festivals und Filmreihen mit LGBTQIA+-Fokus
Die wichtigste Adresse für queeres Kino in der Schweiz ist Pink Apple. Das Festival findet im Frühling in Zürich statt und zieht anschliessend für ein Wochenende weiter nach Frauenfeld. Es gilt als bedeutendstes Schweizer Filmfestival seiner Art.
Gezeigt werden kurze und lange Spiel- und Dokumentarfilme mit queeren Perspektiven. Dazu kommen Gespräche, gesellschaftspolitische Veranstaltungen, Pink Talks und weitere Rahmenangebote.
Gerade bei einem thematischen Festival wie Pink Apple zeigt sich, was Filmfestivals besonders gut können: Sie machen nicht nur Filme sichtbar, sondern schaffen Räume für Austausch, Community und Geschichten, die im regulären Kinoprogramm schnell untergehen können.
Filmfestival Schweiz planen: Tickets, Anreise und Unterkunft
Ein Filmfestival kann spontan funktionieren. Noch entspannter wird es allerdings, wenn du vorab ein paar Dinge planst – besonders bei Premieren, Abendvorstellungen und beliebten Wochenendterminen.
Wann finden Filmfestivals in der Schweiz statt?
Die Schweizer Festivalsaison beginnt bereits im Januar mit Solothurn. Im April folgen Visions du Réel und Pink Apple, im Juli das NIFFF und im August Locarno. Der Herbst ist besonders dicht: Fantoche findet im September statt, gefolgt vom Zurich Film Festival sowie später GIFF und den Kurzfilmtagen Winterthur.
Für einen sommerlichen Festivaltrip sind Locarno und Neuchâtel besonders attraktiv. Wenn du lieber Kino mit einem klassischen Städtetrip kombinierst, bieten sich Zürich, Genf, Winterthur, Solothurn, Baden oder Nyon an.
Januar
Solothurner Filmtage
Zum Jahresauftakt dreht sich in Solothurn alles um aktuelle Schweizer Produktionen und das heimische Filmschaffen.
April
Visions du Réel in Nyon
Das Festival am Genfersee ist eine der wichtigsten Adressen der Schweiz für kreativen und internationalen Dokumentarfilm.
Ende April / Anfang Mai
Pink Apple in Zürich und Frauenfeld
Pink Apple bringt queere Geschichten und LGBTQIA+-Kino auf die grosse Leinwand.
Juli
NIFFF in Neuchâtel
Beim Neuchâtel International Fantastic Film Festival stehen Fantasy, Horror, Science-Fiction und fantastisches Kino im Mittelpunkt.
August
Locarno Film Festival
Das traditionsreiche Festival im Tessin verbindet internationales Autorenkino mit spektakulären Open-Air-Vorführungen auf der Piazza Grande.
September
Fantoche in Baden
Fantoche zeigt, wie vielseitig Animationsfilm sein kann – von experimentellen Kurzfilmen bis zu familienfreundlichen Produktionen.
Ende September / Anfang Oktober
Zurich Film Festival
Das ZFF bringt internationale Premieren, prominente Gäste und zahlreiche Publikumsevents mitten nach Zürich.
Ende Oktober / Anfang November
Geneva International Film Festival
Das GIFF verbindet klassisches Kino mit Serien, Virtual Reality und neuen digitalen Erzählformen.
November
Internationale Kurzfilmtage Winterthur
Zum Abschluss des Festivalherbsts wird Winterthur für einige Tage zum Treffpunkt für Kurzfilme aus der Schweiz und der ganzen Welt.
Tickets und Festivalpässe richtig wählen
Bei Schweizer Filmfestivals lohnt es sich, vor dem Kauf kurz durchzurechnen, wie viele Vorstellungen du tatsächlich sehen willst. Denn ein Festivalpass ist nicht automatisch die günstigste Variante.
Für ein oder zwei Filme sind Einzeltickets fast immer sinnvoller. Interessant werden Tages- oder Multipässe, sobald du drei oder mehr Vorstellungen einplanst. Bei den Solothurner Filmtagen kostet ein reguläres Einzelticket beispielsweise CHF 18, ein Tagespass CHF 49. Schon bei drei Filmen an einem Tag ist der Tagespass damit günstiger als drei einzelne Tickets für insgesamt CHF 54. Bei Fantoche funktioniert die Rechnung ähnlich: Vier einzelne Vorstellungen kosten regulär CHF 72, der Multipass für vier Eintritte CHF 62.
Ein Festivalpass lohnt sich dagegen vor allem für echte Vielseher. Bei Fantoche kostet er CHF 170 und damit ungefähr so viel wie zehn reguläre Einzelvorstellungen. Bei den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur liegt der Festivalpass bei CHF 125, während ein Einzeleintritt CHF 18 kostet. Wer nur für einen Tag nach Winterthur kommt, fährt mit dem Tagespass für CHF 45 unter der Woche beziehungsweise CHF 50 am Wochenende meist besser.
Beim Zurich Film Festival solltest du noch genauer hinschauen. Der Festivalpass kostet 2026 CHF 590 und erlaubt maximal vier Screenings pro Tag. Ein reguläres Filmticket kostet CHF 27, Gala-Premieren CHF 39 und ausgewählte Premium-Vorstellungen deutlich mehr. Wenn du nur ein verlängertes Wochenende beim ZFF verbringst, sind Einzeltickets deshalb meist die sinnvollere Wahl. Der Pass richtet sich eher an Besucher, die über viele Festivaltage hinweg intensiv ins Programm eintauchen.
Und dann gibt es noch einen zweiten Faktor: Verfügbarkeit kann wichtiger sein als der Preis. Beim ZFF wird beispielsweise ein separater Pre-Access angeboten, mit dem Tickets bereits vor dem regulären Verkaufsstart gebucht werden können. Das kann sich eher für begehrte Gala-Premieren oder Veranstaltungen mit Stars lohnen als ein teurer Festivalpass. Ausverkauft bedeutet dort übrigens nicht immer endgültig ausverkauft: Nicht genutzte Presse- und Branchenkontingente werden jeweils für den Folgetag noch einmal für das Publikum freigegeben.
Auch bei Pässen solltest du deine Wunschvorstellungen möglichst reservieren. Ein Pass garantiert nicht automatisch einen Platz in jedem Saal. Bei den Solothurner Filmtagen können Inhaber von Tages- und Festivalpässen beispielsweise jeweils ab dem Vortag Plätze reservieren. In Winterthur sind Reservationen mit Tages- und Festivalpass ebenfalls möglich.
Als Faustregel kannst du deshalb so planen: Für ein bis zwei Wunschfilme kaufst du Einzeltickets. Für drei oder mehr Filme an einem Tag prüfst du den Tagespass. Ein Multipass eignet sich gut für ein Wochenende mit mehreren Vorstellungen, während sich ein Festivalpass vor allem dann rechnet, wenn du mehrere Tage vor Ort bist und wirklich viel Kino sehen möchtest. Bei besonders gefragten Premieren solltest du unabhängig vom Ticketmodell buchen, sobald der Vorverkauf startet.
Anreise und Mobilität
Die meisten grossen Schweizer Filmfestivals lassen sich unkompliziert mit dem Zug erreichen. Gerade in Zürich, Winterthur, Baden, Solothurn, Nyon und Genf liegen die meisten Spielorte zentral oder sind gut mit dem öffentlichen Verkehr verbunden.
Das Auto lohnt sich dagegen nicht automatisch. Festivalzentren liegen häufig mitten in der Stadt, Parkplätze können knapp oder teuer sein und nach einer späten Vorstellung ist eine Zug- oder Tramfahrt oft entspannter.
Bei Locarno solltest du zusätzlich bedenken, dass während des Festivals besonders viele Menschen in die Region reisen. Wenn du dort mehrere Tage bleibst, lohnt es sich, Anreise und Unterkunft gemeinsam zu planen.
Übernachtung und Budget
Die grössten Unterschiede beim Festivalbudget entstehen meist nicht durch die Kinotickets, sondern durch die Unterkunft. Vor allem bei grossen Festivals und an Wochenenden können zentral gelegene Hotels schnell knapp werden.
Wenn du sparen möchtest, lohnt sich ein Blick auf Unterkünfte ausserhalb des unmittelbaren Festivalzentrums. Dank des dichten Schweizer Bahnnetzes kann auch ein Nachbarort praktisch sein.
Und du musst nicht zwingend zehn Filme in zwei Tagen quetschen, damit sich ein Festival „lohnt“. Zwei gute Vorstellungen, ein Filmgespräch und ein Abendessen in der Festivalstadt können am Ende das deutlich bessere Wochenende ergeben.
So findest du das passende Filmfestival in der Schweiz
Für einen Wochenendtrip
Für ein kurzes Festivalwochenende sind Solothurn, Baden, Winterthur und Zürich besonders unkompliziert. Die Städte sind überschaubar beziehungsweise sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen, und schon mit zwei Festivaltagen bekommst du viel Programm mit.
Kurzfilme in Winterthur oder Animation in Baden eignen sich zudem gut, wenn du nicht von morgens bis nachts im Kinosaal sitzen möchtest.
Für einen Sommerurlaub
Hier liegt Locarno klar vorne. Kinoabende auf der Piazza Grande lassen sich mit Lago Maggiore, Tessiner Essen und Ausflügen in die Umgebung verbinden. Das Festival kann problemlos der Mittelpunkt einer ganzen Ferienwoche sein.
Auch Neuchâtel ist mit dem NIFFF spannend: tagsüber See und Altstadt, abends Fantasy, Horror oder Science-Fiction. Sommerferien können schlechter laufen.
Für Familien und junge Filmfans
Besonders interessant sind Fantoche mit seinem Kinderfilmprogramm und das Zurich Film Festival mit ZFF für Kinder. Auch Visions du Réel führt mit VdR Kids und Next Gen spezielle Angebote für jüngere Zielgruppen.
Vor dem Ticketkauf solltest du trotzdem immer die Altersangaben des konkreten Programms prüfen. Gerade Animations- oder Genrefilm bedeutet schliesslich nicht automatisch Kinderfilm.
Für Filmschaffende und Branchenbesucher
Wer beruflich mit Film zu tun hat, sollte nicht nur auf das öffentliche Programm schauen. Die Solothurner Filmtage sind ein zentraler Treffpunkt für das Schweizer Filmschaffen, während Visions du Réel mit VdR–Industry besonders für die internationale Dokumentarfilmbranche interessant ist. Das Programm umfasst unter anderem Pitchings, Work-in-Progress-Formate und Labs.
Das GIFF richtet sich mit GIFF PRO gezielt an die audiovisuelle und digitale Kreativwirtschaft. Und auch Locarno spielt für internationale Filmschaffende, Produzent, Verleihe und Talente eine wichtige Rolle.
Fazit: Schweizer Filmfestivals bieten Kino für jedes Interesse
Für ein vergleichsweise kleines Land besitzt die Schweiz eine vielseitige Festivallandschaft. In Locarno wird die Piazza zum Kinosaal unter Sternen, Zürich setzt auf Premieren und internationales Flair, Solothurn bringt das Schweizer Filmschaffen zusammen und Genf experimentiert mit der Zukunft audiovisuellen Erzählens.
Daneben zeigen Nyon, Baden, Winterthur, Neuchâtel und Pink Apple, wie spannend ein klarer Schwerpunkt sein kann. Dokumentarfilm, Animation, Kurzfilm, Horror oder queeres Kino bekommen hier genau den Raum, der im normalen Kinoprogramm oft fehlt.
Welches das beste Filmfestival der Schweiz ist, lässt sich deshalb kaum allgemein beantworten. Die bessere Frage lautet: Auf welche Art von Kino hast du gerade Lust? Die Chancen stehen gut, dass es dafür irgendwo in der Schweiz das passende Festival gibt.
Mit KI zusammenfassen:









