Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele
Pablo Picasso
Wer 2026 ein Kunstmuseum in der Schweiz besuchen möchte, hat eine grosse Auswahl: Basel setzt auf grosse Gegenwart und kunsthistorische Debatten, Zürich verbindet internationale Namen mit Sammlungsfragen, Bern rückt Alte Meister und Schweizer Kunst ins Zentrum, während die Fondation Beyeler mit Cezanne einen Publikumsmagneten zeigt.
Viele Häuser sind nicht nur Ausstellungsorte, sondern kulturelle Gedächtnisse: Basel mit der ältesten öffentlichen Kunstsammlung der Welt, Zürich mit einer Sammlungsgeschichte seit dem späten 18. Jahrhundert, Bern als eines der ältesten Kunstmuseen des Landes und Riehen mit der Fondation Beyeler als elegantem Zusammenspiel von Architektur, Natur und moderner Kunst.
Überblick: Kunstmuseen und ihre Ausstellungshighlights 2026
| Museum | Stadt / Ort | Historisches Profil | Ausstellungshighlights 2026 |
|---|---|---|---|
| Kunstmuseum Basel | Basel | Älteste öffentliche Kunstsammlung der Welt | Helen Frankenthaler; The First Homosexuals; Cao Fei; Van Gogh/Hodler/Gertrud Dübi-Müller |
| Kunsthaus Zürich | Zürich | Sammlungsgeschichte ab 1794; heute grösstes Kunstmuseum der Schweiz | Kerry James Marshall; Vilhelm Hammershøi; Maria Lassnig & Edvard Munch |
| Kunstmuseum Bern | Bern | Gegründet 1849; eines der ältesten Kunstmuseen der Schweiz | Das volle Leben; Panorama Schweiz; Franz Gertsch; Reise in die Freiheit |
| Fondation Beyeler | Riehen/Basel | Museum von Renzo Piano; eröffnet 1997 | Cezanne; später 2026 weitere internationale Einzelausstellungen |
| MCBA Lausanne | Lausanne | Teil des Kunstquartiers Plateforme 10 | Otobong Nkanga; Französische Malerei 1800–1945; Lucas Erin; Blanc-Gatti |
| MASI Lugano | Lugano | Zentrales Kunstmuseum der italienischen Schweiz | Jean-Frédéric Schnyder; K-NOW! Korean Video Art Today; Kaari Upson |
| MAH Genf | Genf | Enzyklopädisches Kunst- und Geschichtsmuseum | Carlos Schwabe; Sylvia Sleigh; Liotard und Marie-Antoinette |
| Kunst Museum Winterthur | Winterthur | Bedeutende Sammlungen von Impressionismus bis Moderne | Claire Fontaine; Heidi Bucher/Liesl Raff; Freilichtmalerei um 1800 |
| Aargauer Kunsthaus | Aarau | Starkes Profil für Kunst aus der Schweiz | Mehr Licht; Sammlung 26; Künstliche Kreativität; Auswahl 26 |
Kunstmuseum Basel: Weltgeschichte der Kunst

Das Kunstmuseum Basel ist ein Fixpunkt für alle, die Schweizer Kunstmuseen ernsthaft entdecken wollen. Der Kern reicht bis zum Amerbach-Kabinett zurück, das 1661 von der Stadt Basel erworben und öffentlich zugänglich gemacht wurde. Heute umfasst die Öffentliche Kunstsammlung Basel über 300’000 Werke aus acht Jahrhunderten, vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart.
Sammlung und Werke
Zu den grossen Sammlungshöhepunkten gehören Werke von Hans Holbein, Konrad Witz, Lucas Cranach, Rembrandt, Rubens, Paul Cézanne, Pablo Picasso, Paul Klee, Alberto Giacometti und vielen anderen. Das Haus ist auf drei Standorte verteilt: Hauptbau, Neubau und Kunstmuseum Basel Gegenwart.
Ausstellungshighlights 2026
2026 ist Basel besonders spannend. Die Ausstellung Helen Frankenthaler zeigt im Frühjahr mehr als sechzig Werke der amerikanischen Pionierin der abstrakten Malerei.
Mit The First Homosexuals. Die Entstehung neuer Identitäten 1869–1939 widmet sich das Museum der frühen Sichtbarkeit gleichgeschlechtlichen Begehrens und von Geschlechtervielfalt in der Kunst.
Ab 30. Mai 2026 verwandelt Cao Fei: Testimonies to the Near Future das Kunstmuseum Basel | Gegenwart in eine immersive Stadt aus Installationen und Videowelten.
📺 Ein Vorgeschmack auf Cao Fei's Werke:
Für den Herbst ist Van Gogh, Hodler und ein Cabriolet. Die Sammlerin und Pionierin Gertrud Dübi-Müller angekündigt, eine Ausstellung, die Sammlungsgeschichte, Moderne und Schweizer Kunstgeschmack miteinander verbindet.
Übrigens: Kunstinteressierte kommen in Basel dieses Jahr nicht nur bei den Ausstellungen auf ihren Geschmack, sonden natürlich auch bei der Art Basel 2026.
Kunsthaus Zürich: internationales Schwergewicht

Das Kunsthaus Zürich ist 2026 eines der wichtigsten Ziele für Kunstreisen in der Schweiz. Seine Wurzeln liegen in der Zürcher Künstlergesellschaft, die 1787 gegründet wurde und 1794 mit dem Sammeln begann. Heute präsentiert sich das Haus als grösstes Kunstmuseum der Schweiz und verbindet alte Meister, Klassische Moderne, Gegenwartskunst und private Sammlungen.
Sammlung und Werke
Die Sammlung ist besonders stark bei Schweizer Künstlern, Alberto Giacometti, Edvard Munch, Impressionismus, Expressionismus und Dada. Gleichzeitig steht das Kunsthaus seit Jahren im Zentrum von Provenienz- und Sammlungsethik-Debatten, besonders rund um die Sammlung Emil Bührle. Seit 1. April 2026 läuft laut Kunsthaus ein fünfjähriges Forschungsprojekt zur Herkunft der 205 Werke der Stiftung Sammlung E. G. Bührle.
Ausstellungshighlights 2026
Im Ausstellungsjahr 2026 sticht Kerry James Marshall: The Histories hervor, die bis 16. August 2026 läuft. Marshall zählt zu den zentralen Stimmen der zeitgenössischen Malerei und untersucht, wer in der Kunstgeschichte sichtbar wird und wer lange fehlte.
Danach folgt ab 3. Juli Vilhelm Hammershøi. Maler des stillen Klangs, eine Schau für alle, die reduzierte Interieurs, Stille und nordische Lichtstimmungen lieben.
Ab 2. Oktober 2026 bringt Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss zwei intensive Positionen zusammen, bei denen Körper, Emotion und Malerei eng ineinandergreifen.
Kunstmuseum Bern: Alte Meister, Schweizer Panorama

Das Kunstmuseum Bern wurde 1849 gegründet und gehört zu den ältesten Kunstmuseen der Schweiz.
Ausstellungshighlights 2026
2026 setzt Bern auf Wieder- und Neuentdeckungen. Das volle Leben. Alte Meister von Duccio bis Liotard läuft vom 13. Februar bis 27. September 2026 und rückt die historische Sammlung ins Zentrum.
Panorama Schweiz. Von Caspar Wolf bis Ferdinand Hodler ist bis 5. Juli 2026 verlängert und zeigt Schweizer Kunst aus drei Jahrhunderten.
Für den Spätsommer ist Franz Gertsch. Blow-Up (Part I) angekündigt, vom 14. August 2026 bis 17. Januar 2027. Gertsch gehört zu den prägenden Schweizer Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts; seine grossformatigen Bilder und Holzschnitte verbinden Präzision, Fotografie und malerische Präsenz.
Ab 30. Oktober 2026 folgt Reise in die Freiheit. Capri – Skagen – Monte Verità, eine Ausstellung über Orte, an denen sich Kunst, Lebensreform, Natursehnsucht und neue Lebensentwürfe kreuzen.
Fondation Beyeler: Im Dialog mit Natur und Architektur

Bild: Jean-Pierre Dalbéra.
Die Fondation Beyeler in Riehen ist jünger als Basel, Zürich oder Bern, aber längst eines der bekanntesten Kunstmuseen der Schweiz. Ernst Beyeler liess das Museum von Renzo Piano bauen; eröffnet wurde es am 18. Oktober 1997. Der Standort bei der Villa Berower verbindet Kunst, Parklandschaft und Tageslicht auf eine Weise, die den Besuch fast meditativ macht.
Ausstellungshighlights 2026
2026 zeigt die Fondation Beyeler erstmals in ihrer Geschichte eine Einzelausstellung zu Paul Cezanne. Die Schau läuft vom 25. Januar bis 25. Mai 2026 und konzentriert sich auf das späte Werk mit Stillleben, Porträts, Landschaften und Badenden.
Cezanne passt ideal zu Riehen: Seine Malerei steht an der Schwelle zwischen klassischer Bildordnung und moderner Formauflösung. Wer die Moderne verstehen möchte, findet hier einen starken Zugang.
MCBA Lausanne: Kulturquartier

Das Musée cantonal des Beaux-Arts Lausanne, kurz MCBA, ist Teil von Plateforme 10, dem Kulturquartier beim Bahnhof Lausanne. Das Museum verbindet kantonale Sammlung, Schweizer Kunstgeschichte und internationale Gegenwartspositionen.
Ausstellungshighlights 2026
2026 ist Otobong Nkanga. I dreamt of you in colours einer der Höhepunkte. Die Ausstellung läuft vom 3. April bis 23. August 2026 und entsteht in Zusammenarbeit mit dem Musée d’Art Moderne in Paris. Sie vereint Installationen, Fotoserien, neue Arbeiten und Zeichnungen, darunter frühe Werke, die erstmals gezeigt werden.
Mit French Painting 1800–1945. Anatomy of a Collection beleuchtet das MCBA ab März 2026 den französischen Anteil seiner Sammlung. Später folgen unter anderem Lucas Erin. Manor Art Prize 2026 Vaud und Blanc-Gatti. The Painter of Sounds, beide ab Spätsommer beziehungsweise Herbst 2026.
MASI Lugano: Kunst der italienischen Schweiz

Das Museo d’arte della Svizzera italiana, kurz MASI Lugano, ist das wichtigste Kunstmuseum der italienischen Schweiz. Es arbeitet an zwei Standorten, im LAC und im Palazzo Reali, und verbindet regionale Kunstgeschichte mit internationalen Gegenwartsfragen.
Ausstellungshighlights 2026
2026 startet das Programm mit K-NOW! Korean Video Art Today, einer Ausstellung zur zeitgenössischen koreanischen Videoszene, die vom 8. März bis 19. Juli 2026 im LAC läuft. Vertreten sind unter anderem Chan-Kyong Park, Jane Jin Kaisen, Ayoung Kim, Sungsil Ryu, Heecheon Kim und Sojung Jun.
📺 Ein Vorgeschmack aus der Vernissage:
Parallel zeigt MASI Jean-Frédéric Schnyder. La pittura 2024/25 vom 15. März bis 9. August 2026. Schnyder zählt zu den eigenwilligen Figuren der Schweizer Gegenwartskunst.
Im Palazzo Reali läuft Dialoghi nel tempo. Opere dalla Collezione vom 28. März bis 20. September 2026 und stellt Werke von 1856 bis 2023 in Dialoge zwischen Tessiner Malerei und zeitgenössischer Fotografie.
Für September 2026 kündigt MASI zudem die erste Retrospektive zu Kaari Upson an.
Musée d’art et d’histoire Genf: Mehrspartenhaus

Das Genfer Musée d’art et d’histoire, kurz MAH, ist kein reines Kunstmuseum, sondern ein grosses Mehrspartenhaus: Kunst, Archäologie, angewandte Kunst und Geschichte begegnen sich hier als zusammenhängende Kulturgeschichte.
Ausstellungshighlights 2026
2026 zeigt das MAH unter anderem Carlos Schwabe vom 7. März bis 16. August 2026. Die Ausstellung markiert den 100. Todestag des symbolistischen Künstlers Carlos Schwabe, der 1866 geboren wurde und 1926 starb.
Im Musée Rath läuft ab 4. Juni 2026 Sylvia Sleigh, eine Schau zu einer Künstlerin, die Körperbilder, Rollenverteilungen und kunsthistorische Blickregime neu verhandelte.
Ab 3. Oktober 2026 folgt Liotard et Marie-Antoinette, eine Ausstellung, die Genfer Kunstgeschichte mit europäischer Hofkultur verbindet.
Kunst Museum Winterthur: Sammlungsstärke und Gegenwartsdialog

Winterthur wird in Kunstreisen manchmal unterschätzt, dabei besitzt die Stadt ebenfalls einige schöne Sammlungen. Das Kunst Museum Winterthur verbindet mehrere Häuser und Schwerpunkte, darunter Werke vom 19. Jahrhundert bis zur klassischen Moderne.
Ausstellungshighlights 2026
2026 zeigt das Museum Claire Fontaine. Sugar Free, die erste umfassende Einzelausstellung des Künstlerduos in der Schweiz. Die Schau läuft vom 14. März bis 14. Juni 2026 und beschäftigt sich mit digitaler Kommunikation, standardisierter Sprache, Emotionen und sozialen Beziehungen.
Im Sommer folgen Heidi Bucher – Liesl Raff. Closer vom 13. Juni bis 8. November 2026 sowie Zur Sonne! Zur Freiheit! Wege der Freilichtmalerei um 1800 vom 4. Juli bis 25. Oktober 2026.
Für alle, die Sammlungsgeschichte und Gegenwart zusammen denken möchten, ist Winterthur 2026 besonders reizvoll: Simon Starling entwickelt laut Jahresprogramm eine Ausstellung im Dialog mit Adolph Menzel und Gemälden der Stiftung Oskar Reinhart.
Aargauer Kunsthaus: Schweizer Kunst im Fokus

Das Aargauer Kunsthaus ist eines der wichtigsten Häuser für Kunst aus der Schweiz. Seine Sammlung umfasst rund 21’000 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Videos, Skulpturen und Installationen.
Ausstellungshighlights 2026
2026 läuft Mehr Licht. Video in der Kunst vom 31. Januar bis 25. Mai 2026, eine Kooperation mit dem Kunstmuseum Solothurn. Im Sommer zeigt Sammlung 26. Kunst aus der Schweiz eine neue Präsentation mit Werken vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
Spannend wird auch Künstliche Kreativität vom 26. September 2026 bis 10. Januar 2027. Der Titel deutet auf Fragen rund um Kunst, Technologie, Autorschaft und kreative Prozesse. Zum Jahresende folgt Auswahl 26, die jeweils rund fünfzig Arbeiten aus der Region präsentiert und damit einen direkten Blick in das aktuelle Kunstschaffen erlaubt.
Welche Kunstmuseen in der Schweiz lohnen sich 2026 besonders?
Für klassische Moderne und grosse Namen führt 2026 kaum ein Weg an Fondation Beyeler, Kunstmuseum Basel und Kunsthaus Zürich vorbei. Cezanne in Riehen, Frankenthaler und Cao Fei in Basel sowie Kerry James Marshall in Zürich bilden zusammen ein starkes Dreieck aus Moderne, Abstraktion und Gegenwart.
Für Schweizer Kunstgeschichte sind Kunstmuseum Bern, Kunst Museum Winterthur und Aargauer Kunsthaus besonders ergiebig. Bern zeigt mit Panorama Schweiz und Franz Gertsch zentrale Linien von Landschaft, Moderne und Gegenwart. Winterthur bringt Sammlungstradition und künstlerische Gegenwartsfragen zusammen. Aarau bleibt eine der besten Adressen, um Kunst aus der Schweiz konzentriert zu erleben.
Wer internationale Gegenwart sucht, sollte MCBA Lausanne, MASI Lugano und MAH Genf einplanen. Otobong Nkanga in Lausanne, koreanische Videokunst in Lugano und Sylvia Sleigh in Genf öffnen den Blick über die klassischen Ausstellungen hinaus.
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